Pannenhelfer mit langem Atem

Gute Chancen für die Befreiung aus der Sandfalle

Am Einzelrad-Teststand beim DLR-Institut für Raumfahrt-Systeme in Bremen lässt sich das Gewicht der Räder genau einstellen. Das Rad im Teststand ist damit exakt so schwer wie sein Pendant auf dem Mars. Ein Vorteil gegenüber den Testrovern beim Jet Propulsion Institut (JPL) in Pasadena, wo die beiden Testrover durch die größere Schwerkraft auf der Erde schwerer sind als Spirit auf dem Mars. Außerdem können die Forscher in Bremen die Kräfte, die bei laufendem Antrieb auf das Rad wirken, genau messen.

Am Einzelrad-Teststand beim DLR-Institut für Raumfahrt-Systeme in Bremen lässt sich das Gewicht der Räder genau einstellen. Das Rad im Teststand ist damit exakt so schwer wie sein Pendant auf dem Mars. Ein Vorteil gegenüber den Testrovern beim Jet Propulsion Institut (JPL) in Pasadena, wo die beiden Testrover durch die größere Schwerkraft auf der Erde schwerer sind als Spirit auf dem Mars. Außerdem können die Forscher in Bremen die Kräfte, die bei laufendem Antrieb auf das Rad wirken, genau messen.

Neue Gefahr durch Staubstürme

Allerdings sind die Forscher sehr vorsichtig und haben einen langen Atem. Ihre größte Befürchtung ist, dass Spirit mit seinem Schwerpunkt auf dem unter seinem Gehäuse liegenden Stein aufsetzt. "Passiert das, haben wir endgültig keine Möglichkeiten mehr, zu manövrieren", sagt Dr. Lutz Richter. Deshalb haben sie nun beschlossen, die möglichen Manöver von Spirit auf dem Mars auch numerisch zu simulieren. Die Missionskontrolleure in Pasadena verwenden dafür ein beim DLR in Bremen entwickeltes Programm zur Rad-Boden-Berechnung.

Zunächst hatten die Forscher mit Spirit unglaubliches Glück: Im Mai, fast gleichzeitig mit dem Festfahren, fegte ein so genannter Staubteufel, eine Windhose mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern, direkt über Spirit hinweg. Durch den Unterdruck, der im Zentrum der Windhose herrschte, wurden die Solarpanele, die den Rover mit Energie versorgen, blankpoliert vom Staub, der sich im Laufe der Jahre dort abgesetzt hatte. "Die Monate vor diesem Staubteufel mussten wir sehr auf den Energiehaushalt von Spirit achten, danach hatten wir Energie in rauen Mengen, annähernd so viel wie direkt nach der Landung", sagt Richter. Die gute Energieversorgung des Rovers gab den Wissenschaftlern bisher die Möglichkeit, in Ruhe nach dem besten Manöver aus der Sandfalle zu forschen. Dies könnte sich nun aber erneut ändern. "In diesen Tagen gibt es in der Gegend von Spirit heftige Staubstürme", berichtet Dr. Lutz Richter. Diese Stürme wirbeln viel Marsstaub durch die Luft, der, so Richter, in den kommenden Wochen wieder zu Boden fällt. Das bedeutet, auf den Solarpanelen bildet sich wahrscheinlich eine neue Staubschicht, und die Energieversorgung von Spirit wird sich wieder verschlechtern. Richter bleibt dennoch optimistisch: "Aber auch dann bleibt uns noch genügend Zeit und Energie, um Spirit langsam und sicher aus der Sandmulde herauszumanövrieren."

Quelle: DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
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