Ungewöhnliche Strukturen am Krater Magelhaens

Spuren von Subrosion und tektonischen Spannungen in der Marskruste

Etwa in der Bildmitte befindet sich ein kaum zerbrochenes, wenig gestörtes Plateau (Bildausschnitt 3). Möglicherweise handelt es sich um das gleiche helle Material welches im Westen stark zerbrochen ansteht (siehe Bildausschnitt 1). Das Gebiet erscheint auffallend flach. Die Existenz feinster, von Südwesten nach Nordosten verlaufender Staubfahnen könnte auf eine ausgeprägte Winderosion hindeuten. Auch auf der Erde werden in bestimmten Gebieten Gesteinsoberflächen durch so genannte Abrasion, dem Abschleifen der Oberfläche durch Wind und Staub, glatt poliert. Doch auch hier könnte es sich genauso um Ablagerungsprozesse handeln, bei denen Wasser eine Rolle spielte.

Etwa in der Bildmitte befindet sich ein kaum zerbrochenes, wenig gestörtes Plateau (Bildausschnitt 3). Möglicherweise handelt es sich um das gleiche helle Material welches im Westen stark zerbrochen ansteht (siehe Bildausschnitt 1). Das Gebiet erscheint auffallend flach. Die Existenz feinster, von Südwesten nach Nordosten verlaufender Staubfahnen könnte auf eine ausgeprägte Winderosion hindeuten. Auch auf der Erde werden in bestimmten Gebieten Gesteinsoberflächen durch so genannte Abrasion, dem Abschleifen der Oberfläche durch Wind und Staub, glatt poliert. Doch auch hier könnte es sich genauso um Ablagerungsprozesse handeln, bei denen Wasser eine Rolle spielte.

Im Westen des Gebietes (am oberen Bildrand der Draufsichten; Norden ist rechts im Bild) sind auffällige, unregelmäßig geformte, hell gefärbte Blöcke zu erkennen (Bildausschnitt 1). Es handelt sich hier höchstwahrscheinlich um bis zu zwei Kilometer große Gesteinsbruchstücke oder Gesteinsschollen. Die Prozesse, die zur Entstehung dieser Strukturen geführt haben, sind noch nicht völlig geklärt. Möglicherweise wurde das anstehende Gestein durch die Wucht eines Einschlags in unmittelbarer Nähe tief zerrüttet und brach auseinander.

Eine andere mögliche Erklärung ist Subrosion. Als Subrosion wird ein Prozess bezeichnet, bei dem Material aus dem Untergrund entfernt wird. Auf dem Mars trat Subrosion häufig in Verbindung mit aufsteigendem Magma auf. Das Magma erwärmte gefrorenes Grundwasser, also Eis, das sich in Hohlräumen unter der Marsoberfläche befand. Das zu Wasser getaute Eis floss unterirdisch ab, ehe es an die Oberfläche trat und transportierte dabei Material ab. Es entstanden Hohlräume, die durch die Auflast der darüber liegenden Gesteinsschichten einbrachen. Ursprünglich zusammenhängende Schichten zerbrachen dabei und konnten die hier zu erkennenden Strukturen bilden. Die helle Oberfläche ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Wind den aufliegenden Staub und Sand abgetragen hat und die blanke Gesteinsoberfläche zu sehen ist. Es könnte sich aber auch um helle Minerale und Sedimente handeln, die hier aus einem stehenden oder fließenden Gewässer abgelagert wurden.

Im nördlichen Teil des Gebietes sind von Nordwesten nach Südosten verlaufende, lineare Strukturen zu erkennen (Bildausschnitt 2). Die Lineare bilden stellenweise scharf abgegrenzte Taleinschnitte. Vermutlich handelt es sich um Störungssysteme, die entweder im Zuge der Entstehung von Einschlagkratern entstanden sind oder im Zusammenhang mit Spannungen in der Marskruste während der Aufwölbung der Tharsisregion stehen. Auffällig ist, dass diese Strukturen fast senkrecht zu den radial großräumig um die Tharsisregion verlaufenden Dehnungsbrüchen stehen. Von Störungszonen auf der Erde sind Zusammenhänge zwischen der Geometrie von Störungen und ihrer Entstehungsgeschichte bekannt. Durch Analyse der Geometrie können Rückschlüsse auf die Hauptspannungsrichtung gewonnen werden.
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