Zusammenstoß von drei Galaxienhaufen

Kosmische Super-Kollision

5,4 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt findet eine gewaltige kosmische Katastrophe statt: Gleich drei Galaxienhaufen stoßen dort zusammen. Das zeigen kombinierte Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra, dem Weltraumteleskop Hubble und dem Keck-Teleskop auf Hawaii, über die amerikanische Astronomen im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" berichten.
Drei Galaxienhaufen kollidieren. Das zeigen kombinierte Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra, dem Weltraumteleskop Hubble und dem Keck-Teleskop auf Hawaii.

Drei Galaxienhaufen kollidieren. Das zeigen kombinierte Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra, dem Weltraumteleskop Hubble und dem Keck-Teleskop auf Hawaii.


Die Messungen der Forscher zeigen außerdem, dass aus einem 13 Millionen Lichtjahre langen Filament weitere Galaxien in die bereits überfüllte Region hinein strömen. - 5,4 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt findet eine gewaltige kosmische Katastrophe statt: Gleich drei Galaxien-Haufen stoßen dort zusammen. Das zeigen kombinierte Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra, dem Weltraumteleskop Hubble und dem Keck-Teleskop auf Hawaii, über die amerikanische Astronomen im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" berichten. Die Messungen der Forscher zeigen außerdem, dass aus einem 13 Millionen Lichtjahre langen Filament weitere Galaxien in die bereits überfüllte Region hinein strömen.
"MACSJ0717 zeigt uns, wie große Galaxienhaufen auf Skalen von vielen Millionen Lichtjahren mit ihrer Umgebung in Wechselwirkung treten", erklärt Harald Ebeling von der University of Hawaii.
"Anhand dieses Systems können wir studieren, wie Galaxienhaufen durch den Zustrom von Materie aus Filamenten anwachsen." Gemeinsam mit seinen Kollegen Cheng-Jiun Ma und Elizabeth Barrett hat Ebeling die Bewegung von Galaxien und die Temperatur des Gases in MACSJ0717 und seiner Umgebung untersucht.
Dabei zeigte sich, dass die Bewegung der kollidierenden Galaxienhaufen mit der Orientierung des Filaments zusammenfällt. Außerdem ist das Gas in MACSJ0717 genau dort am heißesten, wo das Filament auf die Ansammlung von Galaxienhaufen trifft - für die Astronomen ein Indiz dafür, dass ständig Gas aus dem Filament in diese Region hineinströmt.
"Da bei solchen Kollisionen eine Menge Energie frei wird, heizt sich das Gas auf", erläutert Cheng-Jiun Ma. "MACSJ0717 besitzt eine der höchsten Temperaturen, die wir bei solchen Systemen kennen." Die Messungen der Forscher zeigen, dass sich das Gas in der Region auf über 200 Millionen Grad aufgeheizt hat.

Dr. Rainer Kayser ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg

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