Flüssiges Wasser auf dem Mars gefunden

Marssonde Phoenix hatte nasse Füße

Bereits kurz nach der Landung der amerikanischen Marssonde Phoenix auf dem Roten Planeten zeigten die zur Erde gefunkten Bilder seltsame Flecken auf einem der Landebeine. Die Flecken veränderten sich im Verlauf von Wochen - einige wurden größer, verschmolzen miteinander und schienen sich auf dem Landebein nach unten zu bewegen. Nach langer Debatte ist das Phoenix-Forscherteam nun zu dem Schluss gekommen, es müsse sich um Wassertropfen handeln. Die Wissenschaftler wollen ihre Überlegungen im März auf der "Lunar- and Planetary Science Conference" in Houston präsentieren. Ein Beitrag über ihre Ergebnisse erschien diese Woche aber bereits im britischen Wissenschaftsmagazin "New Scientist".
Die Sonde Phönix auf dem Mars: Selbstporträt

Die Sonde Phönix auf dem Mars: Selbstporträt


Phoenix landete am 25. Mai 2008 am Rand der nordpolaren Region auf dem Roten Planeten. Eigentlich ist es an der Oberfläche des Mars viel zu kalt für flüssiges Wasser: Am Landeplatz von Phoenix steigt die Temperatur nie über minus 20 Grad Celsius. Doch die Forscher um Nilton Renno von der University of Michigan argumentieren, Salze könnten quasi als Frostschutz wirken und das Wasser auch bei extrem niedrigen Temperaturen flüssig halten.


Tatsächlich hat Phoenix am Landeplatz Perchlorate nachgewiesen. Bei ausreichender Beimischung dieser Salze kann Wasser sogar bei Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius im flüssigen Zustand bleiben. Während der Landung könnte die Sonde Eis in den oberen Bodenschichten geschmolzen haben. Tropfen davon hätten sich dann auf der Sonde abgelagert. Da Perchlorate Wasser anziehen, könnten die Tropfen durch die Aufnahme von Wasserdampf aus der Atmosphäre angewachsen sein.


Da Phoenix inzwischen eingefroren ist, haben die Wissenschaftler keine Möglichkeit mehr, die vermeintlichen Wassertropfen weiter zu untersuchen. Eine hohe Konzentration von Perchloraten (ein natürliches Antifrostschutzmittel) im Mars-Wasser könnte jedoch nach Ansicht von Renno und seinen Kollegen die Existenz von flüssigem Wasser unmittelbar unter der staubigen Oberfläche des Roten Planeten ermöglichen. Ob es allerdings Mikroorganismen gäbe, die einen so hohen Salzgehalt im Wasser tolerieren könnten, sei jedoch fraglich, so die Forscher.

Dr. Rainer Kayser ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg

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