Raumfahrt-Mission ExoMars

DLR simuliert Mars-Atmosphäre in Göttingen

Ist die Erde der einzige Platz in unserem Sonnensystem, an dem sich lebende Organismen gebildet haben? Gibt es zum Beispiel Leben auf dem Mars? Diese Frage soll die europäische Raumfahrt-Mission ExoMars klären. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen wird dafür zurzeit die Marsatmosphäre simuliert.
Die Experimente im Auftrag der Europäischen Weltraum-Organisation ESA werden im Hochenthalpiekanal Göttingen durchgeführt, einer der wichtigsten europäischen Groß- Anlagen zur Erforschung des Hyperschalls und Wieder-Eintritts von Raumfahrzeugen. Das Kohlendioxid strömt dabei mit fast 16.000 Stundenkilometern um ein Modell der Landekapsel. Dieses Szenario simuliert die Flugsituation der Kapsel in der Marsatmophäre in 40 Kilometern Höhe über der Oberfläche. Hierbei entstehen in der Testanlage Temperaturen von 6000 Grad Celsius - heißer als die Oberfläche der Sonne.

Die Experimente im Auftrag der Europäischen Weltraum-Organisation ESA werden im Hochenthalpiekanal Göttingen durchgeführt, einer der wichtigsten europäischen Groß- Anlagen zur Erforschung des Hyperschalls und Wieder-Eintritts von Raumfahrzeugen. Das Kohlendioxid strömt dabei mit fast 16.000 Stundenkilometern um ein Modell der Landekapsel. Dieses Szenario simuliert die Flugsituation der Kapsel in der Marsatmophäre in 40 Kilometern Höhe über der Oberfläche. Hierbei entstehen in der Testanlage Temperaturen von 6000 Grad Celsius - heißer als die Oberfläche der Sonne.

Inhalt des Artikels

Fremdartige Atmosphäre

Die Göttinger Forscher untersuchen, welchen Einfluss die exotische Atmosphäre des Roten Planeten auf eine Landekapsel hat, die sie durchfliegt. "Die Mars-Atmosphäre ist völlig anders als die Luft der Erde", sagt Dr. Klaus Hannemann, Leiter der Abteilung Raumfahrzeuge im DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. Sie besteht zu 95 Prozent aus Kohlendioxid und ist sehr dünn. Fliegt eine Landekapsel mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit durch die Marsatmosphäre, treten Effekte auf, die genau untersucht werden müssen. Bei den extrem hohen Temperaturen setzen chemische Reaktionen ein, die die Eigenschaften des Gases ändern: Das Kohlendioxid zerlegt sich in seine molekularen Bestandteile. "Dies kann die Druckverteilung auf der Kapsel beeinflussen und somit Auswirkungen auf das aerodynamische Verhalten haben", erklärt Hannemann. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Untersuchungen ist die Bestimmung der extrem hohen Wärmelasten auf dem Hitzeschild der Kapsel.
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