Weltraumteleskop Kepler

Zwölf Mal mehr Licht als Corot

Der Spiegel des Kepler Weltraumteleskops (hier bei Tests vor der Integration) wird auch geringste Helligkeitsschwankungen an Sternen registrieren - ein Hinweis auf den Vorübergang eines Planeten.

Der Spiegel des Kepler Weltraumteleskops (hier bei Tests vor der Integration) wird auch geringste Helligkeitsschwankungen an Sternen registrieren - ein Hinweis auf den Vorübergang eines Planeten.

Solide statistische Grundlage

Keplers 1,4-Meter-Spiegel wird zwölf mal mehr Licht sammeln als sein europäisches Pendant, das französische Corot-Fernrohr („Convection, Rotation and planetary Transits“), das seit 2006 im Weltall stationiert ist. Die Schmidt-Optik Keplers ist besonders geeignet einen großen Himmelsausschnitt zu erfassen. Wie viele habitable erdähnliche Exoplaneten dem Nasa-Satelliten ins Netz gehen hängt von deren Häufigkeit ab. Da diese noch unbekannt ist, sind die Astronomen auf Schätzungen angewiesen. Sollten sie sich als häufig heraus stellen, könnte Kepler Dutzende entdecken. Sind sie hingegen selten, so ist auch ein Negativbefund denkbar. Klar ist, dass das Weltraumteleskop die Kenntnis über die Verteilung der verschiedenen Planeten in der Milchstraße auf eine solidere statistische Grundlage stellen wird, denn es wird Transits von allen möglichen Typen von Exoplaneten aufspüren.

Winzige Abdunklung des Sternenlichts

Ein erdähnlicher Transit bewirkt eine winzige Abdunklung des Sternenlichts um den winzigen Anteil von 84 ppm (parts per million), diese kann bis zu 13 Stunden andauern. Für eine sichere Bestätigung sind drei gleichartige Durchgänge mit dem gleichen zeitlichen Abstand nötig. Da Kepler die gleiche Himmelsregion über mindestens 3,5 Jahre nicht aus dem Auge lässt, können anders als mit Corot auch Transits wiedererkannt werden, die ein Jahr auseinander liegen, deren Planeten für den kompletten Umlauf also ein Jahr benötigen. Ein Exoplanet mit vergleichbarer Masse wie die Erde, der einen sonnenähnlichen Stern in einem Jahr umkreist – das wäre tatsächlich eine kleine Sensation: Die „Zweite Erde“ wäre gefunden.

Thorsten Dambeck ist Physiker und freier Wissenschaftsjournalist.
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