Weltraumteleskop Kepler

Ein Fernrohr für die Suche nach der "zweiten Erde"

Nur selten werden Fernrohre gebaut, um ausschließlich eine bestimmte Gruppe von Himmelskörpern zu beobachten. Bei dem neuen US-Teleskop namens Kepler ist dies der Fall: Über drei Jahre lang soll es auf die selbe sternenreiche Himmelsregion starren. Mit dem 600-Millionen-Dollar-Projekt verbinden sich große Hoffnungen. Erstmals wollen Astronomen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufspüren, die unserer Erde ähneln. Damit die diffizilen Beobachtungen nicht durch die Erdatmosphäre gestört werden, wird das Spiegelfernrohr im All stationiert. Der Start des rund eine Tonne schweren Kepler plant die Nasa für den heutigen 5. März.
Künstlerische Darstellung des Kepler-Weltraumteleskops auf der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten.

Künstlerische Darstellung des Kepler-Weltraumteleskops auf der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten.

Inhalt des Artikels

Zweite Erde gesucht

Auf der Suche nach der habitablen Zone

Der Nachweis von Planeten fremder Sterne ist schwierig. Der große Helligkeitsunterschied zwischen Planet und Zentralstern verhindert fast immer direkte Beobachtungen der fernen Welten. Fast alle der über 300 extrasolaren Planeten gingen mit indirekten Methoden ins Netz. Darunter ist keiner, den die Forscher zu einer „Zweiten Erde“ adeln würden, dazu müssten mehrere Kenngrößen gleichzeitig erfüllt sein: Allem voran die Masse des Planeten, sie soll vergleichbar der Erdmasse sein. Hinzu kommt der Abstand zum Zentralstern und der Typus dieses Sterns. Beides bestimmt die Temperaturen des Exoplaneten. Erlauben diese die Anwesenheit von flüssigem Wasser auf der Oberfläche, so bewegt sich der Planet in der sogenannten „habitablen Zone“ seines Heimatsterns.

100.000 Sterne im Visier

Die ungeteilte Aufmerksamkeit Keplers gilt rund 100.000 Sternen der beiden Sternbilder Schwan und Leier. Zweimal pro Stunde werden 42 lichtempfindliche Chips, CCDs genannt, deren Helligkeit registrieren. Mit insgesamt 95 Megapixeln wird es die größte „Digitalkamera“ sein, die je ins Weltall flog. Sollten unsichtbare Exoplaneten um einige Sterne kreisen, werden sich einige durch eine leichte, einige Stunden dauernde Abdunkelung verraten. Diese tritt ein, sobald aus der Perspektive des Kepler-Teleskops ein dunkler Trabant vor seinen hellen Heimatstern tritt. Diese „Transitmethode“ gehört seit Jahren zum Repertoire der Exoplanetenjäger, sie wird sowohl an Sternwarten als auch von Weltraumteleskopen angewendet.
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