Astronomen finden Grundbausteine des Lebens

Exoplanet mit organischen Molekülen

Die Atmosphäre eines 150 Lichtjahre entfernten Riesen- Planet enthält Wasser, Kohlendioxid und Methan. Das zeigen Beobachtungen eines internationalen Forscher- Teams mit den Weltraumteleskopen Hubble und Spitzer.

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Es ist bereits das zweite Mal, dass den Astronomen der Nachweis
organischer Moleküle bei einem Exoplaneten gelingt. Der Planet ist zwar
zu heiß für die Entstehung von Leben, aber die demnächst im Fachblatt
"Astrophysical Journal" präsentierten Messungen zeigen nach Ansicht der
Forscher, dass die die Grundbausteine des Lebens auch bei erdähnlichen
Planeten vorhanden sein könnten.

"Die Entdeckung von organischen Verbindungen bei zwei Exoplaneten macht
es wahrscheinlich, dass diese lebenswichtigen Moleküle allgemein auf
Planeten vorhanden sind", erklärt Mark Swain vom Jet Propulsion
Laboratory der Nasa im kalifornischen Pasadena, einer der beteiligten
Wissenschaftler. "Unsere Beobachtungen zeigen außerdem, dass wir bei
fernen Planeten Moleküle nachweisen können, die für Lebensprozesse von
Bedeutung sind."

Swain und seine Kollegen hatten die Strahlung des Planeten HD 209458b
spektroskopisch untersucht. Dabei wird die Strahlung in ihre
Wellenlängen zerlegt. Unterschiedliche chemische Stoffe verraten sich
dann durch charakteristische dunkle Linien in diesem Spektrum. Durch die
kombinierten Beobachtungen mit Hubble und Spitzer konnten die Astronomen
Wasser, Kohledioxid und Methan nicht nur nachweisen, sondern auch die
relativen Anteile dieser Stoffe bestimmen. HD 209458b enthält eine
überraschend hohe Menge an Methan.

Leben kann es allerdings auf dem Planeten nicht geben, so Swain. HD
209458b besitzt eine etwas geringere Masse als Jupiter und umkreist
seinen sonnenähnlichen Zentralstern alle 3,5 Tage auf einer extrem engen
Umlaufbahn. Die Strahlung des nahen Stern heizt die Atmosphäre des
Planeten auf, die sich dadurch stark aufgebläht hat und deshalb für die
Astronomen besonders gut beobachtbar ist. Die Forscher hoffen, in
einigen Jahren auch bei erdähnlichen Planeten organische Stoffe
aufspüren zu können.

Dr. Rainer Kayser arbeitet als freier Wissenschaftsjournalist in Hamburg.
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