Radio-Supernova in Starburst-Galaxie M82

Virtuelles Riesen-Radioteleskop enthüllt Supernova-Explosion

Die 100-Meter-Schüssel des Radioteleskops in Effelsberg

Die 100-Meter-Schüssel des Radioteleskops in Effelsberg

Die zehn Radioteleskope des VLBA-Netzwerks, das VLA und das Green Bank Teleskop (alle USA) sowie das 100-m-Radioteleskop Effelsberg wurden in der Technik der Interferometrie mit großen Basislinien ("Very Long Baseline Interferometry", VLBI) zu einem virtuellen Riesenteleskop zusammengeschaltet. Damit konnte das Forschungsteam Bilder erzeugen, die eine ringförmige Struktur zeigen, die sich mit mehr als 40 Millionen Stundenkilometern ausbreitet. Das entspricht 4% der Lichtgeschwindigkeit und ist typisch für die Expansion von Supernovae. "Durch die Rückrechnung dieser Expansion können wir den Zeitpunkt der eigentlichen Supernova-Explosion bestimmen," erklärt Dr. Andreas Brunthaler. "Unsere Daten zeigen, dass der Stern wohl Ende Januar oder Anfang Februar 2008 explodiert sein muss."

Nur drei Monate nach der Explosion war der Ring bereits 650 mal größer als die Erdbahn um die Sonne. Es erfordert trotzdem den extrem scharfen Blick des weltweiten VLBI-Netzwerks, eine solche Struktur aufzulösen, die lediglich so groß erscheint wie eine 1-Euro-Münze aus einer Entfernung von 13.000 km.

Das asymmetrische Aussehen der Supernova auf den VLBI-Bildern deutet darauf hin, dass entweder die Explosion selbst sehr asymmetrisch erfolgte, oder aber, dass das Material in der direkten Umgebung sehr ungleichmäßig verteilt sein muss. "Mit dem superscharfen Blick des VLBI-Netzwerks können wir die Expansion der Supernova in das dichte Material der Umgebung über die kommenden Jahre verfolgen," sagt Prof. Karl Menten, Direktor am MPIfR. "Dadurch gewinnen wir neue Erkenntnisse über beides, die Explosion selbst und das Material, in die sie sich ausbreitet."

Mit der nächsten Generation von Radioteleskopen dürften Entdeckungen wie die neue Supernova in M82 zur Routine werden. Instrumente wie LOFAR, das "Low Frequency Array", das zur Zeit in Europa aufgebaut wird, das "Allen Telescope Array" (ATA) in den USA und vor allem das geplanten "Square Kilometer Array" (SKA), dem großen Radioteleskop der nächsten Generation werden dazu in der Lage sein, große Bereiche des Himmels systematisch und durchgehend zu beobachten.

Quelle: MPIfR, Bonn
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