Lexikon

Tag
Man unterscheidet zwischen dem Wechsel von Tag und Nacht und dem Volltag. Der Tag bezeichnet die Phase, in der die Sonne die Umgebung aufhellt im Gegensatz zur dunklen Nacht. Der Volltag ist die kleinste kalendarische Zeiteinheit. Dabei ist zu unterscheiden zwischen einem Sonnentag (synodische Erdrotation) und einem Sterntag (siderische Erdrotation). Der Sonnentag ist die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen der mittleren Sonne durch den Meridian. Er dauert definitionsgemäß 24 Stunden, das sind 86.400 Sekunden. Der Sterntag hingegen ist die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen des Frühlingspunktes durch den Meridian. Er ist um knapp vier Minuten kürzer als ein Sonnentag. Der Grund dafür ist, dass die Erde innerhalb eines Tages nicht nur einmal um sich selbst rotiert, sondern auch auf ihrer jährlichen Bahn um die Sonne ein Stückchen weiterwandert. Daher muss sie sich noch etwas weiter als einmal um sich selber drehen, damit die Sonne an einem bestimmten Ort wieder im Meridian steht. Um diese Zeitspanne dauert ein Sonnentag länger als ein Sterntag.

In den meisten Kalendersystemen beginnt der neue Tag um Mitternacht. In einigen Kalendersystemen jedoch wird als Tagesbeginn der Sonnenuntergang genommen. Der Tag beginnt dann mit dem Einbruch der Dunkelheit (zum Beispiel im Islamischen und im Jüdischen Kalender). Populär und rein gefühlsmäßig beginnt für viele ein neuer Tag jedoch mit der Morgendämmerung. Man sagt, ein neuer Tag bricht an. Bis 1925 begann für die Astronomen der Tag zu Mittag. Damit wollte man vermeiden, dass nachts beim Protokollieren der Beobachtung ein Datumswechsel auftritt. Dies ist immer noch so beim Julianischen Datum, das in der Astronomie regelmäßig verwendet wird.


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