KOSMOS Astro-Fotopreis
Offene Sternhaufen von Kassiopeia bis Schild
Im Spätsommer sorgt die immer früher einsetzende Dunkelheit dafür, dass
die Messier-Objekte in den Sommersternbildern bis in den September hinein beobachtet werden können. In diesem Monat fokussieren wir unsere Auf- merksamkeit auf die fünf offenen Messier-Sternhaufen von Kassiopeia (M 103 und M 52) über Schwan (M 39 und M 29) bis Schild (M 11). Versuchen Sie Ihr Glück, machen Sie ein Foto, und nehmen Sie teil am KOSMOS Astro-Fotopreis. Schicken Sie Ihr Bild an astrofoto@kosmos.de!
die Messier-Objekte in den Sommersternbildern bis in den September hinein beobachtet werden können. In diesem Monat fokussieren wir unsere Auf- merksamkeit auf die fünf offenen Messier-Sternhaufen von Kassiopeia (M 103 und M 52) über Schwan (M 39 und M 29) bis Schild (M 11). Versuchen Sie Ihr Glück, machen Sie ein Foto, und nehmen Sie teil am KOSMOS Astro-Fotopreis. Schicken Sie Ihr Bild an astrofoto@kosmos.de!
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Im Spätsommer liegen fünf offene Messier-Sternhaufen auf einem weiten Himmelsbogen von Kassiopeia bis Schild.
Offene Sternhaufen am Spätsommerhimmel
Der Kosmos Astro-Fotopreis nimmt im Jahr 2010 Bezug auf das Anfang März
neu erschienene Buch „Die Messier-Objekte“, das neben Aufsuchkarten, Beob- achtungsbeschreibungen und weiterführenden Informationen einen Fototipp für jedes Messier-Objekt enthält. Viele dieser Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien sind prominente und lohnende Motive, auch für Einsteiger!
Wie Offene Sternhaufen entstehen
Interstellare, also zwischen den Sternen befindliche Gas- und Staubwolken, enthalten überwiegend neutralen Wasserstoff (H I). Sobald in einer solchen Molekülwolke der Prozess der Sternentstehung beispielsweise durch die Druckwelle einer nahen Supernova-Explosion ausgelöst wird, bilden sich je nach Masse des Ausgangsmaterials bis zu einige Tausend Sterne. Junge, heiße Sterne vom Spektraltyp O und B strahlen eine intensive, ionisierende UV-Strahlung ab, die Gasnebel in näherer Umgebung zum Eigenleuchten anregt. Es entsteht eine sogenannte H II-Region. HII steht für ionisierten, HI für neutralen Wasserstoff.
Sterne entstehen aber selten alleine. Offene Sternhaufen sind mit einem Alter von bis zu einigen Hundert Millionen Jahren aus astronomischer Sicht junge Gebilde mit bis zu mehreren Tausend Sternen. Die Galaktischen Nebel und Offenen Sternhaufen des Messier-Katalogs befinden sich in 400 bis 7000 Lj Entfernung. Die Durchmesser der Offenen Haufen betragen nicht mehr als maximal einige Hundert Lichtjahre. Dynamische Begegnungen der Haufensterne untereinander oder Wechselwirkungen mit anderen Sternen der Milchstraße führen dazu, dass die Haufen sich nach einigen Hundert Millionen Jahren in die Ebene der Milchstraße verstreuen.
Fünf Offene Messier-Sternhaufen
Jeder der hier betrachteten fünf Haufen ist auf seine Weise interessant. Das nördlichste Objekt M 103 ähnelt in seiner Erscheinung dem Offenen Sternhaufen Kappa Crucis im Kreuz des Südens. Man ist geneigt, M 103 als das „Nördliche Schmuckkästchen“ zu bezeichnen. M 52 wird am westlichen Rand von einem Gelben Riesen dominiert, der ein interessanter Doppelstern mit Komponenten
8. und 10. Größe ist, die 44 Bogensekunden voneinander entfernt sind. M 39 im nördlichen Schwan ist nur 9 Lj ausgedehnt und dennoch scheinbar so groß am Himmel wie der Vollmond, weil er nur 1010 Lj entfernt ist. Der 10' große Haufen
M 29 ähnelt in seiner scheinbaren Sternanordnung frappierend den Plejaden, ist mit 3740 Lj aber fast 9-mal so weit entfernt.
M 11, der „Wildentenhaufen“ im Sternbild Schild leuchtet als Schlusslicht auf unserer Liste. M 11 ist mit etwa 2900 Mitgliedern und einem Alter von 118 Millionen Jahren einer der reichsten und konzentriertesten Offenen Sternhaufen. Er enthält 500 Sterne, die heller sind als 14 mag. M 11 ist 25 Lj ausgedehnt und steht in rund 6100 Lj Entfernung. Die Trümpler-Klasse I2r beschreibt ihn als frei stehenden Haufen mit starker zentraler Konzentration und mehr als 100 Sternen mittlerer Helligkeitsverteilung. In Bezug auf die Sterndichte ähnelt er eher einem Kugelsternhaufen der Klasse X. M 11 wurde eine Zeitlang als Zwischentyp zwischen einem aufgelockerten Kugelsternhaufen und einem dichten Offenen Haufen betrachtet.
Fototipp: Der Wildentenhaufen M 11
M 11 ist ein attraktives Fotoobjekt schon mit kleinem Teleobjektiv, denn der Haufen ist in der sogenannten „Schildwolke“, einer hellen Sternwolke der Milchstraße
im Sternbild Schild von zahlreichen markanten Dunkelwolken umgeben. Diese
heben sich aber erst bei langer Gesamtbelichtung von den zahllosen
Milchstraßensternen so richtig ab. Mit -6° Deklination erreicht M 11 in Mitteleuropa noch eine gute Kulminationshöhe. Je länger die Brennweite, desto besser löst man den dicht gepackten Offenen Haufen auf. M 11 ist deshalb ein prächtiges Ziel für eine Brennweite ab etwa 500 mm im APS-C-Format einer feinpixeligen Canon EOS 450D bis hin zu 3000 mm im Vollformat. Ob der Bedeckungsveränderliche BS Scuti vom Typ Algol (Helligkeitsvariation 11,0 mag – 12,4 mag) zu M 11 gehört, ist unklar.
Nehmen Sie am KOSMOS Fotopreis teil, machen Sie ein Foto von einem der spätsommerlichen Offenen Sternhaufen und senden Sie es an astrofoto@kosmos.de. Viel Erfolg!
Bernd Koch
www.astrofoto.de/messier/messier.htm
einer der beiden Autoren des Buches "Die Messier-Objekte" - erschienen im März, mit eigener Webseite mit Zusatzinformationen zum Buch!
neu erschienene Buch „Die Messier-Objekte“, das neben Aufsuchkarten, Beob- achtungsbeschreibungen und weiterführenden Informationen einen Fototipp für jedes Messier-Objekt enthält. Viele dieser Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien sind prominente und lohnende Motive, auch für Einsteiger!
Wie Offene Sternhaufen entstehen
Interstellare, also zwischen den Sternen befindliche Gas- und Staubwolken, enthalten überwiegend neutralen Wasserstoff (H I). Sobald in einer solchen Molekülwolke der Prozess der Sternentstehung beispielsweise durch die Druckwelle einer nahen Supernova-Explosion ausgelöst wird, bilden sich je nach Masse des Ausgangsmaterials bis zu einige Tausend Sterne. Junge, heiße Sterne vom Spektraltyp O und B strahlen eine intensive, ionisierende UV-Strahlung ab, die Gasnebel in näherer Umgebung zum Eigenleuchten anregt. Es entsteht eine sogenannte H II-Region. HII steht für ionisierten, HI für neutralen Wasserstoff.
Sterne entstehen aber selten alleine. Offene Sternhaufen sind mit einem Alter von bis zu einigen Hundert Millionen Jahren aus astronomischer Sicht junge Gebilde mit bis zu mehreren Tausend Sternen. Die Galaktischen Nebel und Offenen Sternhaufen des Messier-Katalogs befinden sich in 400 bis 7000 Lj Entfernung. Die Durchmesser der Offenen Haufen betragen nicht mehr als maximal einige Hundert Lichtjahre. Dynamische Begegnungen der Haufensterne untereinander oder Wechselwirkungen mit anderen Sternen der Milchstraße führen dazu, dass die Haufen sich nach einigen Hundert Millionen Jahren in die Ebene der Milchstraße verstreuen.
Fünf Offene Messier-Sternhaufen
Jeder der hier betrachteten fünf Haufen ist auf seine Weise interessant. Das nördlichste Objekt M 103 ähnelt in seiner Erscheinung dem Offenen Sternhaufen Kappa Crucis im Kreuz des Südens. Man ist geneigt, M 103 als das „Nördliche Schmuckkästchen“ zu bezeichnen. M 52 wird am westlichen Rand von einem Gelben Riesen dominiert, der ein interessanter Doppelstern mit Komponenten
8. und 10. Größe ist, die 44 Bogensekunden voneinander entfernt sind. M 39 im nördlichen Schwan ist nur 9 Lj ausgedehnt und dennoch scheinbar so groß am Himmel wie der Vollmond, weil er nur 1010 Lj entfernt ist. Der 10' große Haufen
M 29 ähnelt in seiner scheinbaren Sternanordnung frappierend den Plejaden, ist mit 3740 Lj aber fast 9-mal so weit entfernt.
M 11, der „Wildentenhaufen“ im Sternbild Schild leuchtet als Schlusslicht auf unserer Liste. M 11 ist mit etwa 2900 Mitgliedern und einem Alter von 118 Millionen Jahren einer der reichsten und konzentriertesten Offenen Sternhaufen. Er enthält 500 Sterne, die heller sind als 14 mag. M 11 ist 25 Lj ausgedehnt und steht in rund 6100 Lj Entfernung. Die Trümpler-Klasse I2r beschreibt ihn als frei stehenden Haufen mit starker zentraler Konzentration und mehr als 100 Sternen mittlerer Helligkeitsverteilung. In Bezug auf die Sterndichte ähnelt er eher einem Kugelsternhaufen der Klasse X. M 11 wurde eine Zeitlang als Zwischentyp zwischen einem aufgelockerten Kugelsternhaufen und einem dichten Offenen Haufen betrachtet.
Fototipp: Der Wildentenhaufen M 11
M 11 ist ein attraktives Fotoobjekt schon mit kleinem Teleobjektiv, denn der Haufen ist in der sogenannten „Schildwolke“, einer hellen Sternwolke der Milchstraße
im Sternbild Schild von zahlreichen markanten Dunkelwolken umgeben. Diese
heben sich aber erst bei langer Gesamtbelichtung von den zahllosen
Milchstraßensternen so richtig ab. Mit -6° Deklination erreicht M 11 in Mitteleuropa noch eine gute Kulminationshöhe. Je länger die Brennweite, desto besser löst man den dicht gepackten Offenen Haufen auf. M 11 ist deshalb ein prächtiges Ziel für eine Brennweite ab etwa 500 mm im APS-C-Format einer feinpixeligen Canon EOS 450D bis hin zu 3000 mm im Vollformat. Ob der Bedeckungsveränderliche BS Scuti vom Typ Algol (Helligkeitsvariation 11,0 mag – 12,4 mag) zu M 11 gehört, ist unklar.
Nehmen Sie am KOSMOS Fotopreis teil, machen Sie ein Foto von einem der spätsommerlichen Offenen Sternhaufen und senden Sie es an astrofoto@kosmos.de. Viel Erfolg!
Bernd Koch
www.astrofoto.de/messier/messier.htm
einer der beiden Autoren des Buches "Die Messier-Objekte" - erschienen im März, mit eigener Webseite mit Zusatzinformationen zum Buch!














