Mars Express

Die Kraft der Wind-Erosion

Neue Bilder der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen hochauflösenden Stereokamera HRSC auf der europäischen Mission Mars Express zeigen eindrucksvoll die gewaltigen Kräfte der Winderosion auf dem Roten Planeten.
Perspektivische Ansicht eines Ausschnitts im Gebiet Eumenides Dorsum

Perspektivische Ansicht eines Ausschnitts im Gebiet Eumenides Dorsum

Inhalt des Artikels

Die gewaltige Kraft der Wind-Erosion auf dem Roten Planeten

Das hier dargestellte Gebiet "Eumenides Dorsum" hat etwa die fünffache Größe des Saarlandes. Es ist fast vollständig von sehr schmalen, linienförmigen Strukturen durchzogen, mit dazwischen liegenden engen Tälern, so genannten "Yardangs", die bis zu 50 Kilometer lang sein können. Diese Strukturen haben große Ähnlichkeit mit Wüstenstrukturen in Zentralasien, die der schwedische Forscher Sven Hedin bereits vor rund 100 Jahren auf seinen Reisen entdeckt hat.
Das Gebiet Eumenides Dorsum ist ein in Nord-Südrichtung verlaufender Höhenzug auf dem Mars, westlich der Vulkanregion Tharsis. Eumenides Dorsum ist Teil der Medusae Fossae-Region. Wahrscheinlich besteht das Gebiet aus so genannten pyroklastischen Ablagerungen, die entstehen, wenn von Vulkanen ausgestoßene, glühend heiße Gesteinsfetzen und Asche zu mehr oder weniger stark verfestigtem Gestein wie Tuff- oder Bimsstein erstarren und deshalb relativ leicht von der Erosion angegriffen werden können. In Eumenides Dorsum sind eindrucksvolle Beispiele für die erosive Kraft zu sehen, die der Wind auf die Oberfläche des Roten Planeten ausüben kann.

Trotz dünner Atmosphäre - der Wind als gestaltende Kraft der Marsoberfläche

Die Atmosphäre des Mars, die hauptsächlich aus Kohlendioxid besteht, ist sehr dünn: Der Oberflächendruck auf dem Roten Planeten beträgt auf Nullniveau nur etwa 0,75 Prozent des Luftdrucks auf der Erde in Meereshöhe. Er entspricht damit dem Druck in einer Höhe von etwa 35 Kilometern über der Erdoberfläche. Trotz der sehr dünnen Marsatmosphäre können Winde eine erstaunliche Dynamik entwickeln. Sie sind damit über lange Zeiträume an der Schaffung eindrucksvoller Oberflächenformen beteiligt. Die Bilder zeigen einen etwa 12.000 Quadratkilometer großen Teil von Eumenides Dorsum, einem nach den Rachegöttinnen (Furien) der griechischen Mythologie benannten Bergrücken bei 2 Grad südlicher Breite und 206 Grad östlicher Länge in einer Auflösung von etwa 13 Meter pro Bildpunkt (Pixel). Die Aufnahmen wurden am 26. Dezember 2007 während des 5114. Orbits mit den neun Kanälen der hochauflösenden deutschen Stereokamera HRSC (High Resolution Stereo Camera) auf der Mission Mars Express aus einer Höhe von 260 Kilometern aufgenommen.

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