Hof, Kranz und Brockengespenster

Optische Phänomene: Mond und Sonne

Neben den bekannten Regenbögen gibt es noch eine Reihe weiterer interessanter optischer Phänomene, wie beispielsweise Kränze um Mond und Sonne oder die faszinierenden „Brockengespenster”.
Dünne Wolken mit einem Hof um den Mond

Dünne Wolken mit einem Hof um den Mond

Hof und Kranz

Eine mehr oder weniger helle Scheibe um den Mond hat wahrscheinlich jeder schon mal gesehen, den so genannten Hof. Dieses Phänomen tritt auf, wenn sich dünne Wolken vor dem Mond befinden. Selbst um helle Sterne oder Planeten ist dann manchmal eine Aufhellung zu sehen. Gelegentlich wird der innere, helle Bereich des Hofes von einem rötlichen Rand umschlossen.
Manchmal sind aber auch außerhalb dieses hellen Bereiches noch farbige Ringe zu erkennen. Diese bezeichnet man als Kranz oder auch als Korona. Der innere Ring ist blau, nach außen hin erscheinen die Farben grün, gelb und rot. Dies entspricht auch der Farbreihenfolge eines Regenbogens, dennoch ist der Entstehungsmechanismus ein anderer. Während bei einem Regenbogen Lichtstrahlen an Wassertröpfchen gebrochen und reflektiert werden, ist für Hof und Kranz die Beugung von Lichtwellen an den Wolkentröpfchen verantwortlich.

Kleine Tropfen, große Ringe

Die Ausdehnung des Hofs und der äußeren Ringe sowie die Farbreinheit hängen von der Größe der Wolkentröpfchen ab. Je kleiner die Tropfen sind, umso ausgedehnter ist die Korona. Ihr Durchmesser beträgt in der Regel etwa 2°, bei besonders kleinen Tropfen kann er aber auch 10° erreichen. Zum Vergleich: Sonne und Mond sind am Himmel mit einem Durchmesser von etwa 0,5° zu sehen. Umgekehrt lassen sich aus dem Durchmesser der Korona Rückschlüsse auf die Größe der Tropfen ziehen. Haben die Tröpfchen alle etwa die gleiche Größe, sind die einzelnen Farben sehr ausgeprägt. Kommen in der Wolke viele Tropfen unterschiedlicher Größe vor, überlagern sich die Farben, so dass nur Mischfarben zu sehen sind.

Glorien und Gespenster

Liegt gegenüber der Sonne eine Nebel- oder Wolkenwand, zeigt sich darauf gelegentlich eine Aufhellung mit mehr oder weniger farbigen Ringen um den Schatten des Betrachters. Solche Glorien kann man meistens in den Bergen oder von Flugzeugen aus beobachten, da dann der Sonnengegenpunkt auch bei höher stehender Sonne nicht unter dem Horizont liegt. Manchmal sieht man auf einer nahen Nebelwand neben der Glorie auch ein gespenstisches Verhalten des eigenen Schattens, das so genannte „Brockengespenst”. Mehr zum Thema und viele weitere Infos im Kosmos Wetterjahr 2009 und auf www.wetterjahr.de.

Bernd Eisert, Richard Heinrich und Gabriele Reich sind die Autoren von dem Kosmos Wetterjahr 2009