Leben auf Exoplaneten

Leben bei alten Riesensternen

Wenn alternde Sterne sich aufblähen, stirbt das Leben auf erdähnlichen Planeten - doch auf Super-Erden in größerem Abstand von dem Stern könnte dafür neues Leben aufblühen
Künstlerische Darstellung des Planetensystems um den Roten Zwerg Gliese 581

Künstlerische Darstellung des Planetensystems um den Roten Zwerg Gliese 581



In fünf Milliarden Jahren bläht sich unsere Sonne zu einem Roten Riesenstern auf. Schon lange davor hat die zunehmende Strahlung des Zentralgestirns alles Leben auf der Erde ausgelöscht, schließlich verschlingt die aufgeblähte Sonne unseren Planeten sogar. Doch während auf erdähnlichen Planeten das Leben verlischt, könnte es auf anderen Planeten neu entstehen. Das zeigen Berechnungen eines deutschen Forscherteams, die demnächst im Fachblatt "Astrobiology" erscheinen.


Über 300 Planeten bei anderen Sternen haben die Astronomen inzwischen aufgespürt. Darunter sind auch zahlreiche "Super-Erden", Planeten, die den inneren Planeten des Sonnensystems ähneln, aber die mehrfache Masse der Erde haben und in größerer Entfernung von ihrem Stern kreisen.
Zunächst bieten solche Welten keine lebensfreundlichen Bedingungen, da sie zu wenig Strahlung von ihrem Stern empfangen um die Existenz von flüssigem Wasser an ihrer Oberfläche zu erlauben.


Doch wie die Berechnungen von Werner von Bloh vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und seinen Kollegen zeigen, ändert sich die Situation, wenn der Stern sich zu einem Roten Riesen aufbläht. Die richtige Masse und die richtige Menge an Wasser vorausgesetzt, könnte eine Super-Erde für einen Zeitraum von 3,7 Milliarden Jahren lebensfreundliche Bedingungen bieten - Zeit genug selbst für die Entstehung komplexer Lebensformen.


Die besten Chancen bieten Planeten mit der zehnfachen Masse der Erde, deren Oberfläche zu 90 Prozent von Wasser bedeckt ist und die etwa im doppelten Abstand der Erde um ihren Stern kreisen. Die Berechnungen von Bloh und seinem Team zeigen, dass sich die Suche nach Leben nicht nur bei sonnenähnlichen Sternen in der Hauptphase ihrer Entwicklung, sondern auch bei alten Roten Riesensternen lohnt.

Dr. Rainer Kayser ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg

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