Beobachtungen liefern neue Erkenntnisse
Neues von der Supernova 1987A
Beobachtungen eines internationalen Forscherteams liefern neue Erkenntnisse über die Ausbreitung und chemische Zusammensetzung der von einer Supernova in der Großen Magellanschen Wolke ausgestoßenen Materie, sowie über ihre Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium.
![]() © NASA, ESA, K. France (University of Colordo, Boulder), and P. Challis and R. Kirshner (Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics) |
Astronomen beobachten die Wechselwirkung der bei der Sternexplosion herausgeschleuderten Materie mit einer 20.000 Jahre früher ausgestoßenen Gaswolke
Wie die Astronomen in der Online-Ausgabe des Fachblatts "Science" berichten,
steigt die Helligkeit in der so genannten "Perlenkette", wo die Schockfront der
Supernova SN 1987A auf 20.000 Jahre zuvor ausgestoßenes Gas stößt, weiterhin
an, während die Geschwindigkeit der Schockfront abnimmt.
"Die neuen Beobachtungen erlauben uns, die Geschwindigkeit und die
Zusammensetzung der ausgestoßenen Sternenmaterie akkurat zu messen",
erklärt einer der beteiligten Wissenschaftler, Kevin France von der
University of Colorado in Boulder. "So erfahren wir nicht nur, welche
Elemente durch die Supernova in die Große Magellansche Wolke recycelt
werden, sondern auch, wie sich dort die interstellare Umwelt auf
menschlichen Zeitskalen verändert."
Bei der 1987 in der Großen Magellanschen Wolke entdeckten Supernova
handelt es sich um die nächstgelegene Sternexplosion seit 1604. Mit
einer Entfernung von 163.000 Lichtjahren fand sie in unserer
unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft statt und bietet den Astronomen
daher die bislang einmalige Gelegenheit, die bei einem solchen Ereignis
ablaufenden Prozesse in allen Einzelheiten mit modernen Instrumenten zu
beobachten. Supernovae sind die Endstadien massereicher Sterne: Wenn
diese Sterne ihren nuklearen Brennstoff verbraucht haben, kollabiert ihr
Inneres - bei SN 1987A vermutlich zu einem Neutronenstern - während ein
großer Teil ihrer äußeren Schichten ins Weltall katapultiert wird.
Explodierende massereiche Sterne spielen daher eine wichtige Rolle bei
der Entwicklung von Galaxien, da sie das interstellare Medium mit
Energie und schweren Elementen anreichern. "Unsere neuen Daten können
uns dabei helfen, den Einfluss von Supernovae auf die Evolution von
Galaxien zu verstehen", so France.
France und seine Kollegen haben ihre Beobachtungen mit dem im
vergangenen Jahr reparierten Spektrographen STIS des Weltraumteleskops
Hubble durchgeführt. Die Messungen zeigen unter anderem, dass die
Emissionen des Wasserstoffs aus der Schockfront zwischen 2004 - den
zunächst letzten Beobachtungen mit dem anschließend ausgefallenen STIS -
und 2010 etwa um den Faktor 2 angestiegen sind. Für die Forscher
außerdem interessant ist Strahlung von sich schnell bewegenden, mehrfach
ionisierten Stickstoff-Atomen, da sie auf das Vorhandensein turbulenter
elektromagnetischer Felder in der Schockregion hindeutet.
Dr. Rainer Kayser, Wissenschaftsjournalist
steigt die Helligkeit in der so genannten "Perlenkette", wo die Schockfront der
Supernova SN 1987A auf 20.000 Jahre zuvor ausgestoßenes Gas stößt, weiterhin
an, während die Geschwindigkeit der Schockfront abnimmt.
"Die neuen Beobachtungen erlauben uns, die Geschwindigkeit und die
Zusammensetzung der ausgestoßenen Sternenmaterie akkurat zu messen",
erklärt einer der beteiligten Wissenschaftler, Kevin France von der
University of Colorado in Boulder. "So erfahren wir nicht nur, welche
Elemente durch die Supernova in die Große Magellansche Wolke recycelt
werden, sondern auch, wie sich dort die interstellare Umwelt auf
menschlichen Zeitskalen verändert."
Bei der 1987 in der Großen Magellanschen Wolke entdeckten Supernova
handelt es sich um die nächstgelegene Sternexplosion seit 1604. Mit
einer Entfernung von 163.000 Lichtjahren fand sie in unserer
unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft statt und bietet den Astronomen
daher die bislang einmalige Gelegenheit, die bei einem solchen Ereignis
ablaufenden Prozesse in allen Einzelheiten mit modernen Instrumenten zu
beobachten. Supernovae sind die Endstadien massereicher Sterne: Wenn
diese Sterne ihren nuklearen Brennstoff verbraucht haben, kollabiert ihr
Inneres - bei SN 1987A vermutlich zu einem Neutronenstern - während ein
großer Teil ihrer äußeren Schichten ins Weltall katapultiert wird.
Explodierende massereiche Sterne spielen daher eine wichtige Rolle bei
der Entwicklung von Galaxien, da sie das interstellare Medium mit
Energie und schweren Elementen anreichern. "Unsere neuen Daten können
uns dabei helfen, den Einfluss von Supernovae auf die Evolution von
Galaxien zu verstehen", so France.
France und seine Kollegen haben ihre Beobachtungen mit dem im
vergangenen Jahr reparierten Spektrographen STIS des Weltraumteleskops
Hubble durchgeführt. Die Messungen zeigen unter anderem, dass die
Emissionen des Wasserstoffs aus der Schockfront zwischen 2004 - den
zunächst letzten Beobachtungen mit dem anschließend ausgefallenen STIS -
und 2010 etwa um den Faktor 2 angestiegen sind. Für die Forscher
außerdem interessant ist Strahlung von sich schnell bewegenden, mehrfach
ionisierten Stickstoff-Atomen, da sie auf das Vorhandensein turbulenter
elektromagnetischer Felder in der Schockregion hindeutet.
Dr. Rainer Kayser, Wissenschaftsjournalist

















