Neue Bilder des Weltraumteleskops

Hubble reloaded

Das Weltraumteleskop Hubble hat nach seiner Generalüberholung im Frühjahr (wir berichteten) erstmals Belege für seine neue Leistungsfähigkeit zur Erde gefunkt. Die neuen Fotos seien wahre Leckerbissen für die Wissenschaft und ein Beweis für die spektakulären technischen Verbesserungen, schwärmten NASA-Vertreter in Washington vor Journalisten.
So schön kann ein Stern sterben: Mit der unglaublichen Geschwindigkeit von fast einer Million Kilometer pro Stunde stößt er im planetarischen Nebel NGC 6302 in einem letzten Aufbäumen riesige Gaswolken aus, die an einen Schmetterling erinnern.

So schön kann ein Stern sterben: Mit der unglaublichen Geschwindigkeit von fast einer Million Kilometer pro Stunde stößt er im planetarischen Nebel NGC 6302 in einem letzten Aufbäumen riesige Gaswolken aus, die an einen Schmetterling erinnern.

Ein Neubeginn für Hubble

"Das ist ein regelrechter Neubeginn für Hubble", kommentiert der Leiter der NASA-Wissenschaftsmissionen Ed Weiler die neuen Bilder des Weltraumteleskops. "Hubble hat eine umfangreiche Runderneuerung erfahren, ist nun noch leistungsfähiger als zuvor und besten ausgerüstet für die nächsten zehn Jahre."

Unter anderem lieferte das Teleskop äusserst scharfe und farbenprächtige Aufnahmen des schmetterlingförmigen Nebels NGC 6302 und der Balken-Spiralgalaxie NGC 6217. Experten sprachen von einer "himmlischen Schönheit", da die Bilder eine schillernde Leuchtkraft hätten.

Auch die ESA, welche Hubble gemeinsam mit der NASA betreut, wertete die neuen Aufnahmen als eine weitere Bestätigung für den Sinn und Nutzen der Mission. Die Europäer seien stolz, Teil davon zu sein, erklärte der ESA-Direktor für Wissenschaft und Robotische Forschung, David Southwood.

Hubble war Mitte Mai von Astronauten des Space-Shuttle Atlantis in spektakulären und riskanten Einsätzen im Freien aufpoliert worden. Unter anderem erhielt das Teleskop zwei neue Kameras, darunter eine neue Weitsicht-Spezialkamera. Diese erlaubt tiefere Einblicke in die Weiten des Universums als frühere Modelle.

Mit den neuen lichtempfindlicheren Instrumenten können die Hubble-Wissenschaftler das All nun in zahlreichen Lichtspektren, vom ultravioletten bis in den nahen Infrarotbereich untersuchen und abbilden. Zudem werden neuen spektroskopische Analysen von Objekten möglich, die Milliarden von Lichtjahren entfernt sind. Mit diesen Instrumenten wollen die Forscher unter anderem die Struktur des Universums erforschen und eine Karte der Verteilung jener Elemente im Kosmos anfertigen, die zumindest für das Leben, wie wir es auf der Erde kennen, notwendig sind.

2014 soll dann der Nachfolger, das James Webb Space Telescope, das Weltraumteleskop Hubble im All ablösen. Ob Hubble dann jedoch in der Atmosphäre verglühen wird oder aber andere Aufgaben übernehmen wird, ist derzeit noch nicht endgültig entschieden. Möglich wäre dann, dass das Teleskop noch für Studienprojekte Verwendung fände.


Quellen: NASA, ESA and the Hubble SM4 ERO Team
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