Sternkollision

Kollision zweier Planeten-Frischlinge

Ein höchst außergewöhnliches Ereignis hat das NASA- Weltraumteleskop Spitzer in den Tiefen des Weltalls entdeckt. Wie US-Wissenschaftler am Montag berichteten, hat die Analyse von Licht des hundert Lichtjahre von der Erde entfernten extrasolaren Sterns HD 172555 ergeben, dass das Teleskop offensichtlich die Spuren einer gewaltigen Kollision von zwei Planeten gemessen hat.

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Bei der Untersuchung der chemischen Zusammensetzung des Sterns mit dem Spektroskop von Spitzer machten die Astronomen eine ungewöhnliche Entdeckung, als sie große Mengen von geschmolzenem Glas nachweisen konnten, wie es auf der Erde in Form von Obsidian (rasch abkühlende Lava) oder Tektiten (entstehen durch Meteoriteneinschläge) vorkommt.

Bei weiteren Untersuchungen wurden zudem große Mengen an verdampftem Gestein sowie Gesteinstrümmer und Staub nachgewiesen, was eindeutig auf die Kollision zweier größerer Himmelskörper hinweist.

Die Auswertung der Daten ergab laut Experten von der Johns Hopkins Universität und dem Jet Propulsion Laboratory der NASA folgendes: Zwei Felskörper - einer von der ungefähren Größe des Erdmondes, der andere mindestens so groß wie der Merkur - sind im gerade einmal 12 Millionen Jahre alten Sonnensystem HD 172555 vor nicht allzulanger Zeit zusammen gestoßen.

Der Zusammenprall muss gewaltig gewesen sein, denn laut Angaben der Forscher haben sich die Planeten vor dem Crash mit einer Geschwindigkeit von rund 36.000 km/h (10 Kilometer pro Sekunde) bewegt. Die Kollision könne höchstens ein paar Tausend Jahre zurückliegen, ansonsten wären die beschriebenen Spuren heute nicht mehr messbar, sind die Wissenschaftler überzeugt. Die an der Entdeckung beteiligten Astronomen bezeichnen es als Glücksfall, ein solches Ereignis so kurz nach seinem Ausbruch beobachten zu können. Eventuell kommen solche Kollisionen aber auch häufiger vor, als bislang angenommen.

Zufällig habe das Weltraumteleskop Spitzer genau zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Stern beobachtet, so Carey Lisse von der John-Hopkins-Universität in Baltimore (im US-Bundesstaat Maryland). „Das war ein extrem seltenes Ereignis. Wir sind glücklich, dass wir es, nicht allzu lange nachdem es passiert ist, beobachten konnten“, sagte er.

Lisse und seine Kollegen sind davon überzeugt, dass das Ereignis jenem sehr ähnlich war, das unseren Mond vor etwa vier Milliarden Jahren geformt hat, als ein rund Mars-großer Planet mit der noch jungen Erde zusammenstieß. Ob sich auch bei dieser Kollision ein Mond formieren wird, können die Forscher allerdings nicht sagen.

Quelle: John-Hopkins-Universität, Jet Propulsion Laboratory-Caltech
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