Exoplaneten

Erste Exoplaneten-Entdeckung schon 1981?

Vielleicht haben die Astronomen der Sternwarte Genf im November 1981 eine große Gelegenheit versäumt, in die Geschichtsbücher einzugehen. Seit 1975 hatten die Forscher die Helligkeit des Sterns Beta Pictoris überwacht - die nun an zwei Tagen eine unerklärliche Abschwächung zeigte. Aufnahmen aus dem Jahr 2003 zeigen einen Riesenplaneten, der den Stern innerhalb einer ausgedehnten Staubscheibe umkreist. Zwei französische Astronomen äußern nun die Vermutung, dass dieser Planet 1981 von der Erde aus vor Beta Pictoris vorüber gezogen ist und so die Helligkeitsänderung verursacht hat.
Das aus mehreren Aufnahmen zusammen gesetzte Falschfarbenbild zeigt die unmittelbare Umgebung von Beta Pictoris in nahen Infrarotlicht. Der jetzt auf alten Aufnahmen entdeckte Exoplanet ist tausend Mal schwächer als Beta Pictoris selbst und ist etwa acht Mal weiter von dem Stern entfernt als die Erde von der Sonne.

Das aus mehreren Aufnahmen zusammen gesetzte Falschfarbenbild zeigt die unmittelbare Umgebung von Beta Pictoris in nahen Infrarotlicht. Der jetzt auf alten Aufnahmen entdeckte Exoplanet ist tausend Mal schwächer als Beta Pictoris selbst und ist etwa acht Mal weiter von dem Stern entfernt als die Erde von der Sonne.

Faszinierende Übereinstimmung

"Die Übereinstimmung zwischen der Position des Planeten im November 2003 und der aus der Annahme eines Planetentransits im November 1981 berechneten Position ist faszinierend", schreiben Alain Lecavelier des Etangs und Alfred Vidal-Madjar vom Institut für Astrophysik in Paris in ihrem demnächst im Fachblatt "Astronomy and Astrophysics" erscheinenden Bericht. Die Staubscheibe um Beta Pictoris wurde 1983 entdeckt, seither galt der Stern als erstes Indiz dafür, dass auch um andere Sterne Planeten entstehen können.

Von der Erde aus blicken wir nahezu exakt auf die Kante dieser Scheibe. Das macht es, so argumentieren Lecavelier des Etangs und Vidal-Madjar, sehr wahrscheinlich, dass in der Scheibe kreisende Planeten auf ihrer Bahn vor dem Stern vorüber ziehen. Die Beobachtung solcher Transits ist heute eine wichtige Methode zur Entdeckung von Planeten bei anderen Sternen.

Warten auf den nächsten Transit

Aus der Kombination der Beobachtungen von 1981 und 2003 versuchen die beiden Himmelsforscher, die weitere Bahnbewegung des Planeten vorherzusagen. Derzeit befindet sich der Himmelskörper demnach von der Erde aus gesehen sehr nahe bei Beta Pictoris und ist deshalb nur schwierig zu beobachten.

Der nächste Transit wäre zwischen September 2013 und Dezember 2020 zu erwarten. Die beiden Astronomen hoffen nun auf weitere Beobachtungen in den kommenden Jahren, um ihre Hypothese zu bestätigen und den nächsten Transit genauer vorhersagen zu können. Beta Pictoris wäre der bislang hellste Stern mit einem Transit-Planeten und würde damit hervorragende Möglichkeiten zur Untersuchung der Atmosphäre des Planeten bieten.

Dr. Rainer Kayser ist freier Wissenschaftsjournalist in Hamburg
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