100 Stunden Astronomie

Eine Sternwarte entsteht

München, Odeonsplatz, 8:30 Uhr. Wie jeden Morgen eilen Berufstätige zur Arbeit oder fahren auf ihren Fahrrädern zur Uni. Doch Ungewöhnliches tut sich heute auf einem der zentralen Plätze Münchens: Mehrere weiße Halbkugeln türmen sich auf dem Pflaster des Platzes und fünf emsige Arbeiter der Firma Baader-Planetarium sind dabei, hier eine echte Sternwartenkuppel aufzubauen. Zusammen mit dem Exzellenz-Cluster Universe und dem Internetportal www.redshift-live.com entsteht hier ein astronomischer Beobachtungspunkt für die Münchner Bürger. Bis Sonntag Abend besteht die Möglichkeit, auf dem Odeonsplatz mit Teleskopen in den Himmel zu schauen und Sonne, Mond und Planeten zu beobachten.
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Die ersten Passanten schauen durch die auf dem Odeonsplatz aufgebauten Teleskope in die Sonne.

Die ersten Passanten schauen durch die auf dem Odeonsplatz aufgebauten Teleskope in die Sonne.

Eine Sternwarte auf dem Odeonsplatz

Um 13 Uhr ist die strahlend-weiße, voll-abfahrbare Sternwartenkuppel fast komplett aufgebaut und die ersten kleineren Teleskope (natürlich mit den hierfür notwendigen Schutzfiltern) auf die Sonne ausgerichtet. Neben dem kleinen Park an Geräten, Schautafeln zum Thema Lichtverschmutzung, Infopostern über die Sonne und zu den Geräten der Firma Baader-Planetarium und dem Planetariumsprogramm Redshift 7 ist auch ein Experiment der TU München aufgebaut, das die Struktur der Sonnenatmosphäre anschaulich erklärt.


Weitere Bildergalerien der 100 Stunden Astronomie in München:

100hoursofastronomy.org

Cosmic Diary

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Lange Schlangen vor der Kuppel, Informationsstände verkürzen die Wartezeit.

Lange Schlangen vor der Kuppel, Informationsstände verkürzen die Wartezeit.

Nun kommen auch immer mehr Passanten und nehmen das Angebot, einmal mitten in der Stadt gefahrlos in die Sonne, in den Mond und in die Sterne zu gucken, dankbar an.

Leider zeigt sich die Sonne am heutigen Tag komplett ohne Flecken als makellose Scheibe, doch spätestens am späteren Nachmittag, als der Mond über dem Hofgarten aufgeht, wird es interessant.

Immer mehr "Aaahs" und "Oooohs" gehen durch die Menge, als es dunkler wird und die Krater auf der Mondoberfläche ihre ganze Dramatik früherer Einschläge auf dem Erdtrabanten zeigen. Jetzt bilden sich lange Schlangen vor den einzelnen Teleskopen. Doch die Menschen sind geduldig und nehmen auch Wartezeiten in Kauf, um einmal einen Blick auf den Mond oder den noch etwas später im Westen aufgehenden Ringplaneten Saturn zu erhaschen.

Dieser zeigt sich mitsamt seinem Ring in Kantenstellung asthetisch von der Seite und lässt zudem auch noch einen Blick auf die beiden Monde Titan und Rhea zu.

Es ist ein wundervoller Beobachtungsabend auf dem Münchner Odeonsplatz und eine rundum gelungene Veranstaltung. Gegen 23 Uhr müssen die noch vor den Teleskopen wartenden Passanten auf den nächsten Tag vertröstet werden, da die städtische Genehmigung für die Veranstaltung nur bis halb elf Uhr gilt. Viele Münchner hätten sonst sicher bis tief in die Nacht hinein Sterne beobachtet.

Redshift live/ sf


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