Sternexplosion: Eine Million Jahre zu früh
Supernova bringt Experten zum Grübeln
![]() © Puckett Observatory |
Diese Aufnahme wurde von NASA's Hubble Space Telescope im Jahr 2005 gemacht: Es zeigt die Supernova in der Galaxie NGC 266 im Sternbild Fische.
"Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass unser Verständnis der Entwicklung massereicher Sterne noch fundamentale Fehler enthält", erklärt Avishay Gal-Yam vom Weizmann-Institut in Rehovot. Die Supernova war am 5. Oktober 2005 in der Spiralgalaxie NGC 266 aufgeleuchtet. Auf Archivbildern des Weltraumteleskops Hubble aus dem Jahr 1997 konnten Gal-Yam und sein Kollege Douglas Leonard von der San Diego State University den Vorgängerstern der Supernova identifizieren. Zur Überraschung der Wissenschaftler handelte es sich um einen extrem leuchtkräftigen Stern mit der 50- bis 100-fachen Masse unserer Sonne.
Solche Sterne sollten jedoch zunächst einen großen Teil ihrer Außenschichten durch einen starken Sternwind ins Weltall verlieren. Erst danach bildet sich in ihrem Zentrum ein Kern aus Eisen, die Kernfusion erlischt und der Stern explodiert als Supernova. "Doch unsere Identifizierung des Vorgängersterns zeigt, dass - zumindest in einigen Fällen - massereiche Sterne explodieren, bevor sie ihre Wasserstoff-Hülle verloren haben", stellt Leonard fest.
"Möglicherweise ist also die Entwicklung der Außenhülle und es Sterninneren weniger stark miteinander verknüpft, als wir es bislang vermuten", so der Forscher weiter. Denkbar sei aber auch, dass der Vorgängerstern der Supernova von 2005 aus der Verschmelzung zweier Sterne hervorgegangen sei. Dadurch könne er leuchtkräftiger und weniger entwickelt als ein normaler Stern erscheinen.
Dr. Rainer Kayser ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg

