Lexikon

Zirkumpolarstern
Stern in der Nähe eines Himmelspols, der nicht untergeht und sich somit 24 Stunden über dem Horizont befindet. Zirkumpolarsterne sind in jeder klaren Nacht unabhängig von der Jahres- und Uhrzeit zu sehen. Ob ein Stern zirkumpolar ist, hängt von der geografischen Breite des Beobachtungsorts und der Entfernung des Sterns vom Pol ab. Je weiter nördlich (auf der Nordhalbkugel) oder südlich (auf der Südhalbkugel) sich ein Beobachter befindet, desto größer ist der Bereich, der für ihn zirkumpolar ist. Bei 50° Nord sind alle Gestirne zirkumpolar, die nicht weiter als 50° vom Pol entfernt sind. Denn der Himmelsnordpol steht immer so hoch über dem Nordpunkt am Horizont, wie die geografische Breite angibt (Polhöhe).

An den Polen der Erde sind alle Sterne zirkumpolar, da sie sich infolge der Erddrehung parallel zum Horizont bewegen und nicht untergehen. Auf dem Äquator der Erde hingegen gibt es keine Zirkumpolarsterne, alle Gestirne gehen auf und unter. In Mitteleuropa sind folgende Sternbilder und damit auch deren Mitgliedssterne zirkumpolar: Großer und Kleiner Bär, Drache, Giraffe, Kassiopeia und Kepheus. Eine Reihe von Sternbildern ist teilweise zirkumpolar, wie beispielsweise der Fuhrmann, dessen heller Stern Kapella bei uns zwar das ganze Jahr über in jeder klaren Nacht sichtbar ist, die anderen Sterne des Sternbildes gehen zum Teil aber auf und unter.

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