Lexikon

Weißer Zwerg
Endstadium eines Sterns geringer Masse, nachdem dieser einen erheblichen Teil seiner Materie durch Sternwinde (z.B. Planetarische Nebel) abgeblasen hat. Sterne mit höchstens 1,4 Sonnenmassen werden zu Weißen Zwergen, wenn ihr Atomfeuer erloschen ist. Weiße Zwerge sind klein, sie haben lediglich mit der Erde vergleichbare Durchmesser (um 10.000 Kilometer), aber so viel Masse wie ein Stern (etwa zwischen 0,5 und 1,5 Sonnenmassen). Obwohl sie teilweise recht heiß sind (Oberflächentemperaturen von 10.000 Grad und mehr) und somit pro Flächeneinheit vergleichsweise viel Energie abstrahlen, sind sie wegen ihrer geringen Größe recht leuchtschwach.

Wegen ihrer hohen Oberflächentemperatur leuchten diese Sterne weiß, daher ihr Name. Der erste Weiße Zwerg, der entdeckt wurde, ist Sirius B, der Begleiter des hellsten Fixsterns am Himmel, Sirius.

Wegen ihrer geringen Größe und vergleichsweise großen Masse ist die Materie in Weißen Zwergen ungeheuer dicht gepackt. Ein Kubikzentimeter Materie eines Weißen Zwerges würde auf der Erde einige Tonnen wiegen. Somit ist auch die Schwerebeschleunigung auf der Oberfläche eines Weißen Zwerges enorm groß. Die Materie in Weißen Zwergen ist entartet. Dies führt unter anderem dazu, dass Weiße Zwerge umso kleiner sind, je größer ihre Masse ist. Weiße Zwerge leuchten aufgrund ihrer gespeicherten Wärmeenergie. Sie sind erloschene Atommeiler und kühlen langsam aus. Bis sie zu unsichtbaren Schwarzen Zwergen werden, ihrem letzten Stadium, vergehen jedoch rund zehn Milliarden Jahre.

Wegen ihrer geringen Leuchtkraft sind bis heute lediglich knapp 1.000 Weiße Zwerge bekannt. In unserer Milchstraße vermutet man aber mehr als 200 Milliarden Weiße Zwerge - mehr als Sterne in der Vollblüte ihres Lebens. Auch unsere Sonne wird eines Tages als Weißer Zwerg enden.

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