Lexikon

Veränderlicher
Kurzbezeichnung für einen veränderlichen Stern. Im Lauf der Existenz eines Sterns verändert dieser seine Zustandsgrößen wie Durchmesser, Oberflächentemperatur, Masse etc. erheblich. Diese Veränderungen erfolgen jedoch vergleichsweise langsam in Zeiträumen von Millionen und Milliarden Jahren. Unter einem veränderlichen Stern versteht man hingegen einen Stern, dessen Messgrößen - in erster Linie seine scheinbare Helligkeit - in kosmisch kurzen Zeitskalen (Sekundenbruchteile bis einige hundert Tage) ver änderlich sind.

Die Ursachen sind verschiedener Natur. Manchmal verändern Sterne am Himmel ihre Helligkeit, weil sie aus zwei Einzelsternen bestehen, die einander umkreisen und sich für den irdischen Beobachter gegenseitig bedecken. Sie rufen gewissermaßen "Sternfinsternisse" hervor. In diesem Fall spricht man von bedeckungsveränderlichen Sternen. Ein schönes Beispiel ist der Stern Algol im Sternbild Perseus.

Andere Sterne pulsieren, sie blähen sich auf und schrumpfen anschließend wieder, wobei sie nicht nur ihren Radius verändern, sondern auch ihre Oberflächentemperatur (und damit ihre Farbe). In solchen Fällen spricht man von Pulsationsvariablen. Wieder andere Sterne hingegen zeigen explosionsartige Lichtausbrüche, sie flammen für kurze Zeit auf und werden dann wieder lichtschwächer. Am auffälligsten sind die so genannten Novae (Einzahl: Nova) und Supernovae. Daneben gibt es weitere Veränderliche, die in unregelmäßigen Abständen Lichtausbrüche zeigen. Diese Gruppen werden insgesamt zu den Eruptiv-Variablen gerechnet. Pulsations- und Eruptiv-Variable zählen zur Gruppe der physisch (tatsächlich) Veränderlichen, während Bedeckungsveränderliche auch optisch (scheinbar) Veränderliche genannt werden.

Die regelmäßige und systematische Beobachtung veränderlicher Sterne ist ein dankbares Aufgabengebiet für Sternfreunde und Amateurastronomen. Denn aus der Lichtkurve (Helligkeit aufgetragen gegen die Zeit, s. Abb.) lassen sich viele Eigenschaften der veränderlichen Sterne ermitteln.

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