Lexikon

Tagbogen
Der Bogen, den die Gestirne infolge der täglichen Erddrehung oberhalb des Horizonts beschreiben. Der Tagbogen beschreibt somit die Wanderung eines Gestirns über das Himmelsgewölbe vom Aufgangspunkt am Horizont bis zum Untergangspunkt. Die Größe des Tagbogens ist abhängig von der Deklination des Gestirns und der geografischen Breite des Beobachters. Am Erdäquator stehen alle Tagbögen senkrecht zum Horizont (die Sterne gehen senkrecht auf und unter), während sie an den Polen der Erde parallel zum Horizont verlaufen. Dort sind alle Sterne zirkumpolar, während für Orte am Erdäquator die Tag- und Nachtbögen gleich lang sind und die Gestirne somit jeweils zwölf Stunden über und zwölf Stunden unter dem Horizont stehen. Hier gibt es keine Zirkumpolarsterne.

Zwischen dem Äquator und den Polen gehen die Gestirne schräg zum Horizont auf und unter mit unterschiedlich langen Tag- und Nachtbögen (s. auch Abb.). Zu den Polen hin werden immer mehr Sterne zirkumpolar.

Die Tagbögen der Sonne ändern sich während des Jahres an einem bestimmten Ort wegen ihrer veränderlichen Deklination im Lauf der Jahreszeiten.

zurück