Lexikon

Sonnenfinsternis
Bedeckt der Neumond die Sonne, so spricht man von einer Sonnenfinsternis. Zu einer Sonnenfinsternis kann es nur kommen, wenn der Mond genau vor die Sonne tritt, die drei Himmelskörper Erde-Mond-Sonne also genau in einer Linie stehen. Dies ist nur bei Neumond der Fall, aber auch dann nur relativ selten: Die Mondbahn ist um 5° zur Ekliptik geneigt, daher wandert der Neumond meist über oder unter der Sonne vorbei. Nur wenn er in oder nahe einem seiner Bahnknoten steht, kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Nicht die Sonne wird dabei finster, sondern der Mond tritt vor die Sonne und sein Schatten fällt auf die Erde.

Bedeckt der Neumond die Sonne vollständig, so erlebt man eine totale Sonnenfinsternis, der Kernschatten des Mondes zieht über einige Regionen der Erde. Nur bei totalen Sonnenfinsternissen wird es so dunkel, dass man auch am Taghimmel die hellsten Sterne erkennen kann sowie die äußerste Atmosphärenschicht der Sonne, die Korona. Steht der Neumond in Erdferne (Apogäum), so erscheint er am Himmel kleiner als im Mittel und kann die Sonnenscheibe nicht vollständig abdecken, vor allem, wenn die Erde gleichzeitig in Sonnennähe (Perihel) steht und der scheinbare Durchmesser der Sonne daher besonders groß ist. Dann kommt es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Die Kernschattenspitze des Mondes erreicht dann die Erdoberfläche nicht. Bedeckt der Mond die Sonne nur teilweise, so spricht man von einer partiellen Sonnenfinsternis. Hierbei befindet sich der Beobachter im Halbschatten des Mondes. Eine solche Finsternis ist in der Regel nicht sehr auffallend, es sei denn, der Bedeckungsgrad ist nahezu 100 Prozent. Dann bleibt nur noch eine sehr schmale Sonnensichel sichtbar.

Eine totale Sonnenfinsternis nimmt folgenden Verlauf:

Der 1. Kontakt ereignet sich, wenn die dunkle Mondscheibe von Westen her kommend den Sonnenrand von außen berührt.

Kurz darauf erkennt man eine kleine Einbuchtung am Sonnenrand, der Mond beginnt die Sonne abzudecken.

Der 2. Kontakt markiert den Beginn der Totalität: Der östliche Mondrand berührt den östlichen Sonnenrand, die Sonne wird vom Mond vollständig abgedeckt.

In den letzten Sekunden vor der Totalität lässt sich das so genannte Perlschnurphänomen beobachten: Die schmale Sonnensichel scheint in einzelne Lichtpunkte zu zerfallen, da der Rand des sie verdeckenden Neumondes nicht glatt ist, sondern infolge der gebirgigen Struktur der Mondoberfläche gewellt beziehungsweise gezackt erscheint.

Kurz darauf leuchtet nur noch ein Lichtpunkt am Mondrand auf - man spricht vom Diamantringeffekt.

Dann tritt die Totalität ein, bei der man um die schwarze Neumondscheibe herum den Strahlenkranz der Sonnenkorona mit ihren unterschiedlichen Formen je nach Stadium der Sonnenaktivität beobachten kann.

Während der Totalität leuchten die hellsten Sterne und Planeten am Himmel auf.

Und ebenso plötzlich wie sie begann, ist die Totalität auch schon wieder zu Ende.

Beim 3. Kontakt berührt der westliche Mondrand den westlichen Sonnenrand, ein heller Punkt leuchtet am Sonnenrand auf, Sekunden später sind es mehrere, Diamantring und Perlschnur treten erneut auf.

Der 4. Kontakt markiert das Ende der Finsternis: Der Mond gibt die Sonnenscheibe wieder vollständig frei.

Eine totale Sonnenfinsternis kann maximal 7,6 Minuten dauern. Totale und ringförmige Sonnenfinsternisse können jeweils nur von einem sehr begrenzten Gebiet auf der Erde beobachtet werden, partielle Sonnenfinsternisse sind von einem wesentlich größeren Teil der Erde aus beobachtbar.

Die Größe einer Finsternis gibt den Anteil des Mondes in Mondscheibendurchmessern an, der die Sonne verdeckt.

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