Lexikon

Radioastronomie
Disziplin der Himmelskunde, in der Radiowellen aus dem Weltall empfangen und untersucht werden. Die Radioastronomie umfasst Wellenlängen von etwa einem Millimeter bis hin zu mehreren Metern. Radiosignale senden unter anderem die Sonne, der Planet Jupiter, Pulsare, interstellare Wasserstoffwolken sowie aktive Galaxien aus. Auch die Quasare wurden mit Hilfe der Radioastronomie entdeckt.

Ferner gelang es der Radioastronomie, interstellare Moleküle nachzuweisen. Damit wurde offensichtlich, dass die Eigenschaft der Materie, komplexe Strukturen zu bilden, nicht auf die Erde beschränkt ist. In interstellaren Gas- und Staubwolken konnten einige Kohlenwasserstoffverbindungen aufgespürt werden, die Grundbausteine des Lebens. Für die Kosmologie besonders wichtig war die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung als Relikt des Urknalls. Diese überall präsente Strahlung ist der Feuerball des Urknalls, elektromagnetische Strahlung, die bei der Bildung des Universums ausgesendet wurde.

Die Radioastronomen sind bei ihren Beobachtungen nicht auf die klaren Nachtstunden angewiesen. Sie können auch durch eine geschlossene Wolkendecke Radiowellen aus dem Universum empfangen, ebenso am helllichten Tag. Radioobservatorien arbeiten daher auch tagsüber.

zurück