Lexikon

Radialgeschwindigkeit
Die Radialgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit eines Himmelskörpers auf den Beobachter zu oder von ihm weg. Bewegen sich Gestirne vom Beobachter weg, so ist die Radialgeschwindigkeit positiv. Ausgestrahlte Ton- oder Lichtsignale verschieben sich durch den Doppler-Effekt zu längeren Wellenlängen. Bei einem sich entfernenden Krankenwagen geht die Tonhöhe der Sirene nach unten, das Licht eines sich entfernenden Sterns ist zum Roten hin verschoben. Nähern sich jedoch Himmelskörper dem Beobachter, so ist ihre Radialgeschwindigkeit negativ. Bei einem sich nähernden Krankenwagen wird der Ton höher, bei einem sich nähernden Himmelskörper werden die Lichtwellen kürzer und damit zum Blauen hin verschoben (Blauverschiebung).

Üblicherweise wird die Radialgeschwindigkeit in Kilometern pro Sekunde vermerkt. Die Sterne in unserer Milchstraße haben einige wenige bis einige Dutzend Kilometer pro Sekunde an Radialgeschwindigkeit. Erst zusammen mit der Eigenbewegung kann man aus der gemessenen Radialgeschwindigkeit die Raumgeschwindigkeit eines Sterns bestimmen. Ferne Galaxien bewegen sich mit sehr hohen Radialgeschwindigkeiten von der Erde fort. Die fernsten Galaxien haben Radialgeschwindigkeiten von über 90 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, da sich das Universum permanent ausdehnt.

Mit Hilfe hochpräziser Radialgeschwindigkeitsmessungen wurden auch indirekt Planeten um andere Sterne entdeckt (Exoplaneten). Ein Stern, der von einem Planeten umkreist wird, vollführt durch die Schwerkraft des Planeten eine kleine Kreisbewegung. Damit ändert sich periodisch seine Radialgeschwindigkeit, was durch die Verschiebung seiner Spektrallinien nachgewiesen werden kann.

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