Lexikon

Röntgenastronomie
Teilbereich der Himmelskunde, der die Röntgenstrahlung aus dem Weltall untersucht. Röntgenstrahlung ist eine sehr kurzwellige, aber äußerst energiereiche elektromagnetische Strahlung, die Wellenlängen von 0,01 bis etwa 10 Nanometer (1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter) umfasst. Röntgenstrahlen werden unter anderem von der Sonne, von Neutronensternen sowie vom Zentrum unserer Milchstraße und von den Zentren aktiver Galaxien empfangen.

Die Röntgenstrahlung wird praktisch vollständig von der Erdatmosphäre absorbiert - sonst könnte kein irdisches Leben existieren. Die Beobachtung des Weltalls im Bereich der Röntgenstrahlung muss somit von Detektoren außerhalb der Erdatmosphäre erfolgen. Eines der erfolgreichsten Röntgenteleskope ist der Röntgensatellit ROSAT, der 1990 gestartet wurde. Die kosmischen Röntgenquellen werden mit einem großen X und einer fortlaufenden Nummer benannt sowie nach dem Sternbild, in dem sie entdeckt wurden. So bedeutet zum Beispiel Cyg X-1 die Röntgenquelle Nr. 1 im Sternbild Schwan (lat.: Cygnus).

Conrad Wilhelm Röntgen hat die von ihm entdeckten kurzwelligen Strahlen selbst X-Strahlen genannt. Im Englischen heißen sie noch heute "X-rays".

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