Lexikon

Planetarium
Vorrichtung zur Darstellung von Gestirnen und ihren Bewegungen.

In früheren Jahrhunderten wurden mechanische Planetarien erstellt. Das Kopernikanische Planetarium besitzt im Zentrum eine helle Lichtquelle, die die Sonne darstellt. Um die zentrale Lichtquelle sind mit Getrieben und Gestängen die Planeten und gelegentlich noch einige ihrer Monde so montiert, dass man den Ablauf der Bewegungen in unserem Sonnensystem darstellen kann.

Im modernen Sinn versteht man jedoch unter einem Planetarium das von Walther Bauersfeld (1879-1959) erfundene Projektionsplanetarium. Ein solches Gerät projiziert auf die Innenfläche einer weißen Kuppel den gesamten Fixsternhimmel, wie er mit freiem Auge zu sehen ist, außerdem die Planeten einschließlich Sonne und Mond sowie viele weitere Himmelserscheinungen. Mit dem Planetarium kann der Anblick des Himmels nach Ort und Zeit variiert und die Bewegungen der Gestirne sehr anschaulich in Zeitraffung demonstriert sowie Sternbilder und astronomische Koordinatensysteme dargestellt werden.

Oftmals versteht man unter einem Planetarium auch das Gebäude bzw. die Institution. Moderne Planetarien besitzen neben dem eigentlichen Planetariumsprojektor zahlreiche Zusatz- und Effektprojektoren, Videobeamer und Laserprojektionsanlagen. Mit ihnen wird es möglich, computergesteuerte Multimedia-Sternvorführungen sowohl für ein breites Publikum als auch für fachspezifische Zwecke abzuhalten. Planetarien sind heutzutage Kulturinstitute, die zur Verbreitung astronomischen Wissens und Unterrichtung aller Schichten der Bevölkerung in Sachen Astronomie und Raumfahrt dienen.

Je nach Größe unterscheidet man Kleinplanetarien (Kuppeln bis zehn Meter Durchmesser), Mittelplanetarien (Kuppeln von zehn bis fünfzehn Meter Durchmesser) und Großplanetarien (Kuppeldurchmesser über 15 Meter). Ein Verzeichnis aller wichtigen Planetarien findet man im "Himmelsjahr".

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