Lexikon

Parallaxe
Verschiebung eines Objektes (in der Regel eines punktförmigen Sterns) gegenüber dem entfernten Hintergrund infolge eines Ortswechsels des Beobachters. Da ein Beobachter seinen Standpunkt infolge der Wanderung der Erde um die Sonne im Laufe des Jahres im Weltraum verändert (Durchmesser der Erdbahn rund 300 Millionen Kilometer), zeigen die näheren Fixsterne gegenüber dem Hintergrund der fernen Sterne kleine Verschiebungen, sie beschreiben im Laufe des Jahres winzige Ellipsen als Spiegelbild der Erdbewegung (s. Abb.). Die genaue Messung des Parallaxenwinkels p erlaubt es, die Entfernung des Sterns zu bestimmen.

Die erste Fixsternparallaxe wurde im Jahr 1838 von Friedrich Wilhelm Bessel, dem Direktor der Sternwarte Königsberg, am Stern 61 Cygni (Nr. 61 im Sternbild Schwan) gemessen. 61 Cygni ist zehn Lichtjahre von uns entfernt. Sein Parallaxenwinkel beträgt lediglich 0,31 Bogensekunden.

Die Parallaxe bildet auch die Grundlage für das in der professionellen Astronomie gängige Entfernungsmaß, das Parsec. Erscheint die große Halbachse der Erdbahn (mittlere Entfernung Erde-Sonne = 1 AE) von einem Stern aus unter einem Parallaxenwinkel von einer Bogensekunde, dann beträgt seine Entfernung 3,26 Lichtjahre (1 Parsec) oder rund 30 Billionen Kilometer. Selbst die allernächsten Sterne sind so weit entfernt, dass ihr Parallaxenwinkel stets kleiner als eine Bogensekunde ausfällt.


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