Lexikon

Ortszeit
Die auf den Meridian des Beobachters bezogene Sonnenzeit, der Stundenwinkel der Sonne plus zwölf Stunden am Ort des Beobachters. Die Ortszeit differiert entsprechend der geografischen Längendifferenz zu der Zonenzeit, die zur Weltzeit in Abständen von ganzen Stunden festgelegt ist. Oftmals werden Orts- und Zonenzeit miteinander verwechselt.

Wenn die Sonne mittags im Süden steht und ihren höchsten Stand erreicht (Kulmination, Mittag), ist es zwölf Uhr wahrer Ortszeit. Zum gleichen Zeitpunkt steht die Sonne weiter östlich aber schon westlich des Meridians - es ist also schon nach zwölf Uhr wahrer Ortszeit, während die Sonne weiter westlich den Meridian noch nicht passiert hat. Hier lässt der wahre Mittag noch auf sich warten. Da der Meridian vom Beobachtungsort abhängt, bezieht sich die Ortszeit stets auf den Ort des Beobachters. Man spricht daher von Ortszeit. Die Ortszeit verändert sich pro Grad um vier Minuten und pro 15° um eine Stunde. Da die Bewegung der wahren Sonne im Lauf des Jahres ungleichmäßig ist, wird für die Zeitrechnung eine mittlere Sonne und damit auch eine mittlere Ortszeit verwendet.

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