Lexikon

Objektiv
Das Objektiv eines Teleskops sammelt das Licht, es ist die Hauptkomponente eines Fernrohrs. Es erzeugt in der Brennebene ein reelles (wirkliches) Bild des beobachteten Gegenstandes. Das Objektiv kann entweder aus einer Sammellinse bestehen (bei Linsenteleskopen, dann sitzt es am vorderen Ende des Tubus) oder aus einem Hohlspiegel (bei Spiegelteleskopen, dann sitzt es am hinteren Tubusende). Linsenobjektive bestehen in der Regel aus zwei oder drei Linsen (Duplett und Triplett genannt , s. auch Abb. oben) zur Korrektur von Abbildungsfehlern.

Bei Spiegelteleskopen ist der Hauptspiegel entweder kugelförmig (sphärisch) oder parabolisch geschliffen (s. nebenstehende Abb. und Abb. unten). Hochwertige Spiegelobjektive haben auch Formen gemäß Kurven höherer Ordnung, die ein größeres Gesichtsfeld ohne Abbildungsfehler liefern.

Die Größe (der Durchmesser) eines Objektivs bestimmt die Leistungsfähigkeit eines Teleskops. Je größer der Durchmesser, desto höher die Auflösung und umso größer die Licht sammelnde Wirkung. Deshalb können mit Hilfe eines Teleskops von einem Gegenstand mehr Details gesehen werden sowie lichtschwächere Objekte als mit bloßem Auge. Die Licht sammelnde Wirkung steigt mit dem Quadrat des Objektivdurchmessers, die Auflösung hingegen ist einfach proportional zum Objektivdurchmesser.

Die Objektivbrennweite bestimmt den Abbildungsmaßstab. Als grobe Richtschnur gilt: Pro Meter Objektivbrennweite wird ein halbes Grad am Himmel in der Brennebene mit einem Zentimeter Länge abgebildet. Dies bedeutet, dass das Bild der Sonne oder des Mondes bei einem Meter Brennweite auf einem Film mit einem Durchmesser von einem Zentimeter erscheint, bei zehn Metern Brennweite hingegen mit zehn Zentimetern Durchmesser. Durch das Objektiv ist auch die Lichtstärke bzw. das Öffnungsverhältnis des Fernrohrs festgelegt: Es ist gleich dem Verhältnis von Objektivdurchmesser zu Objektivbrennweite. Je lichtstärker ein Fernrohr ist, umso schwächere Objekte kann man beobachten oder fotografieren. Die Vergrößerung eines Fernrohrs ergibt sich aus dem Verhältnis von Objektivbrennweite zu Okularbrennweite. Sie ist damit variabel.

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