Lexikon

Neutronenstern
Rest eines massereichen Sterns, der nach einer Supernova-Explosion übrig bleibt. Neutronensterne haben nur wenige Kilometer Durchmesser und eine außerordentlich hohe Dichte: In einer Kugel von im Schnitt nur 20-30 Kilometer Durchmesser finden sich etwa 1,5 bis drei Sonnenmassen. Ein Kubikzentimeter Materie eines Neutronensterns wöge auf der Erde einige Millionen Tonnen.

Neutronensterne bestehen hauptsächlich aus Neutronen, da beim vorangehenden Gravitationskollaps die negativ geladenen Elektronen in die positiv geladenen Atomkerne hineingepresst werden und ungeladene (neutrale) Neutronen bilden. Beim Kollaps des Sternrestes beschleunigt sich seine Rotation wie bei einer Eisläuferin, die bei einer Pirouette ihre Arme anzieht. Neutronensterne rotieren daher extrem schnell (einmal in einigen Millisekunden bis wenigen Sekunden). Einige von ihnen machen sich als Pulsare bemerkbar und schleudern Radioimpulse, Lichtblitze und Röntgenstrahlung ins Weltall. Sie wirken wie der sich drehende Lichtfinger eines Leuchtturms.

Der erste Neutronenstern (bzw. Pulsar) wurde im Jahr 1967 durch Susan Jocelyn Bell entdeckt. Inzwischen sind einige tausend Neutronensterne in unserer Milchstraße bekannt. Einer der bekanntesten findet sich im Zentrum des Krabbennebels im Sternbild Stier, er wurde 1968 gefunden. Neutronensterne verfügen über ein extrem starkes Magnetfeld und werden gelegentlich von einer Akkretionsscheibe umgeben.

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