Lexikon

Mondfinsternis
Tritt der Mond in den Schatten der Erde, so verfinstert er sich, denn der Mond sendet kein eigenes Licht aus, sondern er wird von der Sonne beleuchtet. Zu einer Mondfinsternis kann es nur kommen, wenn der Mond von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenübersteht, also die drei Himmelskörper Sonne-Erde-Mond in einer Linie stehen. Dies ist nur bei Vollmond der Fall. Da die Mondbahn jedoch um 5° zur Erdbahnebene geneigt ist, tritt der Mond nicht bei jedem Vollmond in den Schatten der Erde. Zusätzlich muss er noch in oder nahe der Erdbahnebene, also in der Nähe eines seiner beiden Knoten stehen.

Wandert der Mond vollständig durch den Kernschatten der Erde, so spricht man von einer totalen Mondfinsternis. Meist erscheint er dann in einem kupferroten Licht. Es ist Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre auf ihn gelenkt wird. Tritt der Mond nur teilweise in den Kernschatten der Erde, so erlebt man eine partielle Mondfinsternis. Tritt der Mond lediglich in den Halbschatten der Erde, so nennt man dies eine Halbschattenfinsternis. Halbschattenfinsternisse sind so unauffällig, dass sie in den meisten Kalendern nicht aufgeführt sind. Nur wenn der Mond mindestens mit 70 Prozent seines Durchmessers in den Halbschatten der Erde eintritt, kann man die Finsternis als solche durch eine leichte, graue Verfärbung einer Mondkalotte erkennen.

Eine totale Mondfinsternis nimmt folgenden Verlauf:

Sie beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten (s. Abb.), der grundsätzlich unbeobachtbar ist. Danach tritt der Mond in den Kernschatten (zweiter Kontakt). Dann erfolgt der dritte Kontakt, der Mond ist vollständig in den Kernschatten der Erde eingedrungen, die Totalität beginnt. Sie kann maximal eine Stunde und 40 Minuten dauern. Zur Mitte der Finsternis steht der Mond am tiefsten im Kernschatten. Anschließend folgt der vierte Kontakt, die Totalität ist zu Ende, der Mond beginnt sich aus dem Kernschatten der Erde herauszuschieben. Schließlich verlässt der Mond den Kernschatten ganz, dieser Austritt aus dem Kernschatten wird als fünfter Kontakt bezeichnet. Die Finsternis endet mit dem Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde. Dieser sechste Kontakt bleibt ebenfalls wie der erste grundsätzlich unbeobachtbar. Eine Mondfinsternis ist von allen Punkten der Erde aus zu beobachten, für die der Mond über dem Horizont steht.


Die Daten für die aktuellen Finsternisse entnehme man mit einem Klick der neben stehenden Tabelle.

Die Größe einer Finsternis gibt die Eindringtiefe des Mondes in den Kernschatten der Erde in Einheiten des Monddurchmessers an.

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