Lexikon

Interstellare Materie
Der Raum zwischen den Sternen ist nicht absolut leer, sondern gefüllt mit Gas- und Staubmassen, die sich teilweise zu mehr oder minder dichten Wolken zusammenfinden. Das interstellare Gas besteht im Wesentlichen aus neutralem Wasserstoff, in den leuchtenden Nebeln auch aus ionisiertem Wasserstoff. Die zweithäufigste Gaskomponente ist Helium. Liegen die Gasnebel in der Nachbarschaft heller Sterne oder liegen die Sterne sogar in ihnen, so erscheinen sie als leuchtende Nebel (Reflexions- oder Emissionsnebel). Der interstellare Staub setzt sich aus kleinen, festen Teilchen zusammen, die in das interstellare Gas eingebettet sind. Dunkelwolken aus Staub versperren die Sicht in dahinter liegende Gebiete.

Einerseits ist die interstellare Materie der Baustoff für neue Sterne, wobei der Hauptanteil Wasserstoff und Helium ist, andererseits wird sie durch Sternexplosionen wiederum mit schwereren Elementen (von Lithium über Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Eisen bis hin zu Blei und Uran) angereichert. Sterne, die in ihrem Inneren durch Kernfusion schwerere chemische Elemente aufbauen, detonieren am Ende ihres Lebens und schleudern einen Teil ihrer Materie in das Universum. Dadurch haben jüngere Sterne von Anfang an einen höheren Anteil an schwereren Elementen (vor allem Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Silizium) als ältere Sterne.

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