Lexikon

Entfernungsbestimmung
In der Astronomie ist die Entfernungsbestimmung schwierig, da die Objekte am Himmel keinen unmittelbaren Hinweis darauf liefern, wie nah oder fern sie sind. Meist muss daher auf indirekte Methoden zurückgegriffen werden. Innerhalb des Sonnensystems können Entfernungen noch mit Hilfe der Radartechnik bestimmt werden. Dabei schließt man aus der Laufzeit eines reflektierten Radarsignals auf die Entfernung des entsprechenden Körpers. Die Entfernungen der näheren Sterne können auf trigonometrische Art, durch so genannte Parallaxenmessungen ermittelt werden. Als Basislinie dient dabei der Erdbahndurchmesser ( 2 AE = 300 Millionen Kilometer).

Man beobachtet einen Stern von zwei möglichst weit voneinander entfernten Punkten der Erdbahn aus und stellt fest, um welche Strecke er sich aufgrund der Erdbewegung vor den weit entfernten Hintergrundsternen scheinbar verschoben hat. Je näher der Stern ist, umso stärker ist seine Verschiebung.

Bei den weiter entfernten Sternen und erst recht bei den Galaxien bestimmt man die Entfernung aus der Differenz zwischen der wahren Leuchtkraft und der scheinbaren Helligkeit der Gestirne (photometrische Parallaxenmessung). Die wahre Leuchtkraft erhält man dabei zum Beispiel aus den Spektren der Sterne oder bei Veränderlichen über ihre Helligkeitsperiode.

Bei weit entfernten Galaxien misst man die Entfernung auch anhand ihrer Rotverschiebung. Je stärker das Licht einer Galaxie zum Roten hin verschoben ist, umso entfernter ist sie.

zurück