Lexikon

Aufgang
Das Erscheinen eines Himmelskörpers über dem Osthorizont. Bei nicht punktförmigen Himmelsobjekten wie Sonne und Mond wird als Aufgangszeitpunkt jeweils das Erscheinen des oberen Scheibenrandes angegeben.
Bei der Berechnung von Auf- und Untergangszeiten ist zu berücksichtigen, dass durch die Strahlenbrechung in der irdischen Atmosphäre (Refraktion) die Gestirne am Horizont um etwa ein halbes Grad angehoben erscheinen. Dies entspricht dem scheinbaren Durchmesser von Sonne und Mond.

Unter dem heliakischen Aufgang versteht man das erstmalige Erscheinen eines Sterns oder eines Sternbildes am Morgenhimmel tief im Osten nach der "Sonnenlücke". Während der Sonnenlücke befindet sich ein Gestirn mit der Sonne am Taghimmel und ist darum nachts nicht am Himmel vertreten. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Sonne ein Gestirn überholt (Konjunktion). Da die Sonne am Himmel durch die Sternbilder des Tierkreises wandert, stehen immer andere Sterne und Sternbilder mit ihr am Taghimmel und bleiben nachts unbeobachtbar. Und weil alle Sterne jeden Tag um rund vier Minuten früher aufgehen als am Vortag, tauchen sie nach und nach wieder vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel auf, nachdem sie zu vor von der Sonne am Taghimmel überstrahlt wurden.

Als akronyktischen Aufgang bezeichnet man den Aufgang eines Gestirns im Osten, wenn gleichzeitig im Westen die Sonne gerade untergeht. Ein Planet in Opposition zur Sonne geht akronyktisch auf. Unter einem kosmischen Aufgang versteht man den gleichzeitigen Aufgang eines Gestirns mit der Sonne (z. B. Konjunktion). Gestirne im kosmischen Aufgang sind nachts unter dem Horizont und unbeobachtbar.

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