Sternenhimmel im August

Dominierendes Sommerdreieck

Nun entfaltet der Sommersternenhimmel seine volle Pracht. Hoch im Süden steht das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Die Frühlingssternbilder wie Löwe und Jungfrau sind von der Himmelsbühne abgetreten.
Himmelsanblick gegen 22 Uhr MEZ

Himmelsanblick gegen 22 Uhr MEZ

In Zenitnähe findet man das kleine, aber markante Bild der Leier. Nahe der Leier ist das einprägsame Sternenkreuz des Schwans auszumachen. Der Schwan fliegt mit ausgebreiteten Flügeln in südwestlicher Richtung durch die Milchstraße. Deneb bildet den Schwanz und Albireo (Beta Cygni) den Kopf. Gelegentlich wird diese Sternenfigur auch als „Kreuz des Nordens“ bezeichnet.

Als drittes Sternbild dieses Sommerdreiecks ist das Sternbild Adler zu nennen, dessen Hauptstern Alpha Aquilae den Namen Atair trägt, was der herabstürzende (auf seine Beute) Adler bedeutet. Atair ist ein bläulich weißer Stern (Spektralklasse: A7 IV-V) der mit 17 Lichtjahren Entfernung noch zu den Nachbarsternen unserer Sonne zählt. Mit 0,8 mag scheinbarer Helligkeit gehört er zu den hellsten Sternen in der Sonnenumgebung.

Weit im Westen funkelt der Bärenhüter, unter dem Namen Arktur besser bekannt. Der Skorpion bereitet sich im Südwesten auf seinen Untergang vor. Sein Hauptstern Antares zieht noch die Blicke auf sich.

Dem Skorpion folgt im Tierkreis der Schütze, den die Amerikaner Teapot (Teekessel) nennen. Östlich vom Schützen nimmt der lichtschwache Steinbock seinen Platz ein. Im Ostteil des Steinbocks glänzt in diesem Jahr ein helles Gestirn: der Riesenplanet Jupiter. Dem Steinbock folgt im Südosten der Wassermann, der ebenfalls recht lichtschwach ist.

Das markante Sternenviereck des Pegasus steigt im Osten empor. Mit seiner unteren Spitze deutet das Pegasusquadrat zum Ostpunkt am Horizont. Man gewinnt dabei den Eindruck einer überdimensionalen Vorfahrtstafel. Der griechischen Mythologie nach ist der Pegasus ein geflügeltes Pferd. Zum Pegasus zählt nicht nur das auffallende Sternenviereck, sondern auch eine leicht abgeknickte Sternenkette, die sich bis hin zum kleinen Bild des Delfins erstreckt. Sie markiert den vorderen Teil des geflügelten Dichterrosses. Das Pegasusquadrat wird auch gerne als Herbstviereck bezeichnet.

Der Pegasus soll den Poeten zu ihren Gedankenflügen verhelfen und ihrer Fantasie Luftreisen ermöglichen. Als der schrecklichen Medusa, einer der Gorgonen, von Perseus das Haupt abgeschlagen wurde, entwich ihrem Leib im Todeskampf das Flügelross. Einer der Sterne im Pegasusquadrat, Sirrah, gehört schon zur Andromeda.

Im Norden wird das Sternbild Pegasus durch den Schwan und das kleine Bild Eidechse (lat.: Lacerta) begrenzt. In östlicher Richtung schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Ein wenig nördlich der Prinzessin Andromeda stößt man auf ihre Mutter, die Königin Kassiopeia, dargestellt durch ein großes Sternen-W. Während der Große Wagen im Nordwesten herabsinkt, steigt das Himmels-W jetzt immer höher.

Das schimmernde Lichtband der sommerlichen Milchstraße zieht sich in hohem Bogen über das vormitternächtliche Himmelsgewölbe. Allerdings bietet sich in unseren lichtüberfluteten Siedlungen nur noch selten die Gelegenheit, dieses beeindruckende Naturphänomen zu bewundern.

Mehr über das aktuelle Himmelsgeschehen lesen Sie im Kosmos Himmelsjahr.
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