Sternenhimmel im Februar

Orion lässt den Meridian hinter sich

Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Anblick des abendlichen Sternenhimmels nicht allzu sehr verändert. Noch weist er eindeutig winterlichen Charakter auf. Die gesamte Sternbilderszenerie hat sich allerdings deutlich nach Westen verschoben.
Himmelsanblick zur Monatsmitte um 22 Uhr

Himmelsanblick zur Monatsmitte um 22 Uhr

Zur Standardbeobachtungszeit, gegen 23 h zu Monatsbeginn beziehungsweise 22 h zur Monatsmitte, hat der Himmelsjäger Orion den Meridian bereits überschritten. Der helle Sirius zieht im Süden die Blicke auf sich. Auch die Zwillinge kulminieren eben. Unter dem Begriff "kulminieren" versteht man "die höchste Stellung im Süden einnehmen“: Ein Gestirn kulminiert, wenn es den Meridian (= Mittagslinie) passiert.

Das Himmels-W, die Königin Kassiopeia, sinkt langsam im Nordwesten herunter, während sich der Große Wagen im Nordosten immer höher schiebt. Im Westen erinnern nur noch Perseus und tiefer Andromeda an vergangene Herbsttage. Die meisten Herbstbilder sind unter dem Horizont verschwunden oder gerade im Untergang begriffen wie Pegasus, Fische und Walfisch.

Im Südosten ist der Löwe auf der Himmelsbühne erschienen. Er kündigt den kommenden Frühling an. Der Löwe ist das prominenteste der Frühlingssternbilder. Sein hellster Stern wurde von Nikolaus Kopernikus "Regulus" getauft, was soviel wie "Kleiner König" heißt; doch schon die alten Babyionier sahen im Löwenhauptstern einen König. Im Südostteil des Löwen hält sich zurzeit der helle Planet Saturn auf.

Hoch im Süden wandern gerade die Zwillinge durch den Meridian. Sie werden durch zwei Sternenketten dargestellt, die das ungleiche Brüderpaar Kastor und Pollux sein sollen. So heißen auch die beiden hellsten und östlichsten Sterne der Ketten. Der griechischen Mythologie nach war Pollux unsterblich, Kastor wurde als Sterblicher jedoch einst im Kampf getötet. Schon die Assyrer sahen in den beiden einprägsamen Sternenketten, die zwischen Fuhrmann und Prokyon im Kleinen Hund liegen, ein Knabenpaar. Da die nördlichsten Partien der Ekliptik durch die Zwillinge gehen, gehören sie wie Löwe und Krebs zum Tierkreis.

Der Krebs liegt zwischen den Zwillingen im Meridian und dem Löwen halbhoch über dem Osthorizont. Da sich keine hellen Sterne im Krebs finden, fällt er kaum auf. Zwar kennt ihn dem Namen nach fast jeder, da er ebenfalls ein Tierkreissternbild ist, aber am Firmament ist er nicht leicht zu entdecken.

Auch der offene Sternhaufen Praesepe (lat., die Krippe) liegt im Krebs und ist ein wunderschönes Fernglasobjekt. Die Katalogbezeichnung der Krippe lautet M44. Das M steht für Messier, dem französischen Kometenjäger, der die auffälligsten Sternhaufen und Nebel in einem Katalog zusammengefasst hat.

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