Die Voyagersonden

Am Rande des Sonnensystems

Die beiden Voyagersonden sind nach 33 Jahren Flug weit außerhalb des Sonnensystems – und sie funken immer noch! Auch der vermeintlich leere Raum zwischen den Sternen ist für viele Überraschungen gut...
Die beiden Voyagersonden befinden sich nicht mehr allzu weit entfernt von der Heliopause - der äußersten Grenze des Sonnensystems. Dort endet der Einfluss unserer Sonne endgültig, und der interstellare Raum beginnt.

Die beiden Voyagersonden befinden sich nicht mehr allzu weit entfernt von der Heliopause - der äußersten Grenze des Sonnensystems. Dort endet der Einfluss unserer Sonne endgültig, und der interstellare Raum beginnt.

Fast hätte es die Voyagersonden nie gegeben. Denn die Umstände, die den Start der Voyagersonden ermöglichten, waren außergewöhnlich. In den 1960er Jahren stellten Forscher fest, dass die vier großen Planeten unseres Sonnensystems Ende der 1970er Jahre in einer Konstellation stehen würden, in der sie mit einer einzigen Sonde nacheinander besucht werden könnten. Solch eine Anordnung kommt nur alle 175 Jahre vor – und sie kam pünktlich zu einer Zeit, als die Menschheit die Technologie entwickelt hatte, um so eine Mission durchzuführen. 5 Jahre früher, und die Technik wäre noch nicht bereit gewesen, 5 Jahre später, und die Politiker hätten das Projekt nicht mehr genehmigt.

Aber das „Timing“ war perfekt: Voyager 2 wurde am 20. August 1977 gestartet, Voyager 1 folgte in einem Abstand von 16 Tagen.
Beide Sonden besuchten Jupiter und Saturn. Voyager 1 wurde danach aus der Planetenebene herausgetragen; Voyager 2 flog zusätzlich an Uranus und Neptun vorbei.
Seitdem fliegt das Duo immer weiter vom Sonnensystem fort und nähert sich der unerforschten äußeren Grenze der Heliosphäre: Dies ist eine Art Blase, welche vom Magnetfeld der Sonne und dem Sonnenwind geformt wird. Diese Zone umgibt das Sonnensystem und schüzt uns vor Kosmischer Strahlung und vor interstellarem Staub und Gas.

2007 hat Voyager 2 den sogenannten Termination Shock passiert. Dort wird der Sonnenwind durch Wechselwirkung mit interstellarem Gas abrupt abgebremst, wodurch der Sonnenwind zusammengedrückt und erhitzt wird. Messungen ergaben allerdings, dass sich die Temperatur weniger erhöht, als es Modelle vorhergesagt hatten. Forscher nehmen an, dass die Energie stattdessen für die Beschleunigung der angetroffenen Materie verbraucht wird. Es stellte sich außerdem heraus, dass die Zone hin und her „flattert“, so dass Voyager 2 sie innerhalb weniger Tage mehrmals passieren konnte. Voyager hat auch einen Anstieg des Magnetfelds registriert, ebenso wie Plasmawellen. Der „Termination Shock“ ist also viel komplizierter, als man sich das bisher vorgestellt hat.

Mittlerweile befinden sich die beiden Sonden im sogenannten Heliosheath. Dort beginnen sich der nun verlangsamte Sonnenwind und das interstellare Medium zu vermischen. In wenigen Jahren werden die Sonden die Heliopause erreichen – das heißt, sie werden endgültig den Einflussbereich unserer Sonne verlassen.
Doch ihre Reise wird noch lange weitergehen...


Manuela Kuhar
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