Mira

Der seltsame Stern im Walfisch

Der Ostfriese David Fabricius bemerkte 1596 etwas Seltsames: Der Stern Omikron Ceti war mal gut sichtbar, dann blieb er wieder monatelang verschwunden. Daher nannte er ihn Mira Stella, den „wundersamen Stern“.
Dieses Jahr erreicht der veränderliche Stern Mira zwischen Ende Oktober und Ende November seine größte Helligkeit.

Mira im Sternbild Walfisch

Mira im Sternbild Walfisch

David Fabricius ist zwar nicht so bekannt wie seine Zeitgenossen Kepler und Galilei, doch seine Entdeckung, dass der Stern Mira sich verändert, war zu seiner Zeit geradezu revolutionär – vertrat doch damals die Kirche das Dogma, die Gestirne seien ewig und unveränderlich.

Mira liegt im unauffälligen Sternbild Walfisch, das in unseren Breiten nicht sehr hoch über dem Horizont steht. Seine Helligkeit schwankt innerhalb von durchschnittlich 331 Tagen zwischen ca. 3 und 10 mag.
Mira ist ein roter Riese. Seine Helligkeitsschwankungen rühren daher, dass er eine instabile Brennphase durchläuft – er bläht sich abwechselnd auf und kontrahiert wieder, wobei mal mehr Helium verbrannt wird und mal mehr Wasserstoff; seine Helligkeit nimmt entsprechend zu und wieder ab.
Mit größeren Teleskopen betrachtet, hat Mira eher die Form einer Kartoffel – schuld daran ist ein Weißer Zwerg, der Mira begleitet und von ihm Materie absaugt.

Der wohl am längsten bekannte Veränderliche ist Algol im Sternbild Perseus, der stets mit bloßem Auge sichtbar ist. Algols Helligkeit nimmt alle 70 Stunden um 1,5 mag ab (von 2,1 bis 3,4 mag) und erreicht dann nach rund fünf Stunden wieder die ursprüngliche Helligkeit. Die tatsächliche Leuchtkraft ändert sich dabei jedoch nicht. Algol ist vielmehr Teil eines Doppelsternsystems – er hat einen weniger hellen Begleiter, mit dem er sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt bewegt. Dabei wird einer der beiden Sterne aus unserer Sicht regelmäßig vom anderen verdeckt, was die Helligkeitsschwankungen verursacht.



Manuela Kuhar
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