Neue Welten

Die Jagd nach einer zweiten Erde

Forscher haben im Jahr 2009 allein 84 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt – sogenannte Exoplaneten. In diesem Jahr werden es noch viel mehr sein. Bei der Suche nach Exoplaneten geht es um die Antwort auf eine der großen Fragen der Menschheit: Sind wir im Universum allein, oder gibt es auch woanders Leben?
Der Exoplanet Fomalhaut b, vom Hubble-Teleskop im sichtbaren Licht aufgenommen

Der Exoplanet Fomalhaut b, vom Hubble-Teleskop im sichtbaren Licht aufgenommen

Bis heute sind weit über 400 Exoplaneten bekannt. Forscher haben sich verschiedene Methoden ausgedacht, um Exoplaneten zu entdecken. Sie verraten sich am häufigsten dadurch, dass sie durch ihre Schwerkraft an ihrem Zentralstern zerren. Dieses „Wackeln“ können die Astronomen durch die Teleskope erkennen. Je schwerer der Planet, desto mehr „wackelt“ auch der Stern. Exoplaneten können sich auch verraten, wenn sie zwischen ihrem Zentralstern und der Erde vorbeiziehen. Dabei blockieren sie kurzfristig das Licht, das vom Stern zu uns kommt – diese Helligkeitsschwankungen kann zum Beispiel das Weltraumteleskop „Corot“ aufspüren.

Forscher haben bisher größtenteils Riesenplaneten entdeckt – Gasbälle ähnlich wie unser Jupiter, viel größer und schwerer als die Erde. Man hat aber auch schon einige kleine Felsplaneten aufgespürt, die etwa erdgroß sind und sonnenähnliche Sterne umkreisen. Nun besteht eine der Herausforderungen darin, herauszufinden, aus was ihre Atmosphäre besteht, und ob es dort chemische Verbindungen gibt, die auf Leben hindeuten.

Damit auf einem Himmelskörper Leben entstehen kann, müssen viele Bedingungen erfüllt sein. Zunächst muss sein Zentralstern alt und stabil genug sein. Der Planet selbst muss über viele Millionen Jahre eine beständige Umlaufbahn haben, und er muss vor Meteorhagel und starker Strahlung geschützt sein.
Damit sich ähnliche Lebewesen wie auf der Erde bilden können, muss der Himmelskörper eine feste Oberfläche haben, und er muss aus den richtigen Stoffen bestehen – insbesondere Kohlenstoff und flüssiges Wasser. Letzteres kann auf einem Planeten nur existieren, wenn es nicht zu heiß oder zu kalt auf ihm ist. Er darf also nicht zu nahe oder in zu großer Entfernung um seinen Stern kreisen, sondern muss sich gerade im richtigen Abstand befinden – in der „Lebens-Zone“.
Natürlich kann man spekulieren, ob Leben auch ohne Wasser und aus ganz anderen Stoffen entstehen kann. Aber solche Lebewesen wären dann so fremdartig, dass wir sie vielleicht gar nicht als solche erkennen würden.

Manuela Kuhar
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