Am Rande des Sonnensystems

Geheimnisvoller Pluto

Vor 80 Jahren entdeckte der Astronomie-Newcomer Clyde Tombaugh den Pluto – eine wissenschaftliche Sensation. Am 25.6. steht Pluto in Opposition zur Sonne; er ist allerdings nur mit größeren Teleskopen sichtbar.
Pluto und seine Monde Charon, Nix und Hydra

Pluto und seine Monde Charon, Nix und Hydra

Pluto galt bei seiner Entdeckung 1930 zunächst als Planet, doch bald schon traten Absonderlichkeiten zutage: Seine Bahn ist im Vergleich zu den anderen Planetenbahnen um 18° geneigt, und sie hat eine stark elliptische Form, so dass Pluto sich zeitweise näher an der Sonne befindet als Neptun. Seit 2006 gilt Pluto als Zwergplanet.

Pluto braucht 248 Jahre, um einmal um die Sonne zu kreisen; er ist rund 40 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Aufgrund dieser enormen Entfernung ist er schwer zu beobachten und hat seit seiner Entdeckung Rätsel aufgegeben. Als sein Mond Charon gefunden wurde, klärten sich einige Fragen auf, jedoch gab es weiterhin Schwierigkeiten bei der Bestimmung von Masse, Durchmesser und anderen Eigenschaften Plutos. Erst mit Hilfe des Weltraumteleskops „Hubble“ konnte sein Durchmesser auf ca. 2300 km bestimmt werden, und seine Oberflächentemperatur auf –230°C; das ist 10° kälter als Forscher berechnet hatten. Der Unterschied könnte daher kommen, dass ein Teil der eintreffenden Sonnenenergie nicht die Oberfläche aufheizt, sondern verbraucht wird, um das dortige Stickstoffeis in Gas zu verwandeln.

Erst 1985 erkannten Astronomen, dass Pluto eine Atmosphäre besitzt. Um diese zu untersuchen, nutzen die Forscher die seltenen, schwer zu beobachtenden „Sternenfinsternisse“, wenn Pluto vor einem anderen Stern vorbeizieht. Dadurch wurden bisher Stickstoff, Methan, Kohlenmonoxid und weitere organische Verbindungen auf Pluto entdeckt. Auf Charon scheint es auch Wassereis zu geben.
Weiterhin ist Plutos Atmosphäre 40-50° wärmer als die Atmosphäre, und die Temperatur steigt mit zunehmender Höhe an – gerade umgekehrt wie auf der Erde! Astronomen vermuten, dass dies am Treibhausgas Methan liegen könnte.
Während sich Pluto immer weiter von der Sonne weg bewegt, scheint sich seine Atmosphäre stark zu verändern; Beobachtungen zeigen, dass seine Atmosphäre innerhalb der vergangenen Jahre abgekühlt ist, seine Oberfläche hingegen wärmer wurde. Auf neuen Fotos von „Hubble“ erscheint der Zwergplanet außerdem deutlich röter und stärker gesprenkelt als auf älteren Bildern.
Diese dramatischen Veränderungen könnte dazu führen, dass Plutos Atmosphäre schon in wenigen Jahren komplett gefriert. Die Zeit für die Erforschung des Zwergplaneten drängt also; 2006 wurde die Raumsonde New Horizons gestartet, die 2015 am Pluto vorbeifliegen soll. Man darf gespannt sein, welche Geheimnisse Pluto preisgeben wird...



Manuela Kuhar