Lichtverschmutzung

Globe at Night: Wie viele Sterne sieht man noch?

Vom 3.-16. März läuft die Initiative „Globe at Night“, um die Öffentlichkeit auf die zunehmende Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen. In diesen zwei Wochen soll die Sichtbarkeit des Sternbildes Orion von möglichst vielen Beobachtern an verschiedenen Orten ermittelt werden; die Ergebnisse werden zentral gesammelt und veröffentlicht.
Globe at night -- zählen Sie die im Sternbild Orion sichtbaren Sterne

Globe at night -- zählen Sie die im Sternbild Orion sichtbaren Sterne

Jeder, der schon einmal versucht hat, in der Nähe einer Stadt den Nachthimmel zu beobachten, kennt das Problem: Das künstliche Licht der Städte überstrahlt das vergleichsweise schwache Leuchten der Sterne und Planeten. Übrigens hat rund ein Drittel der Deutschen die Milchstraße noch nie gesehen!
Das alles ist ein großer Verlust, denn der Sternenhimmel hat seit jeher für alle Kulturen eine fundamentale Bedeutung.

Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die steigende Lichtverschmutzung zu richten, gibt es seit einigen Jahren die Initiative „Globe at Night“ – mittlerweile in 111 Ländern. Jeder kann ganz einfach mitmachen:

1. Die Koordinaten des eigenen Standorts herausfinden (z.B. mit diesem Tool)
2. Den Orion am Himmel suchen. In unseren Breiten wird Orion nach Sonnenuntergang im Südwesten zu sehen sein.
3. Dann schaut man, wie viele Sterne des Sternbildes noch klar zu sehen sind und vergleicht die Beobachtung mit den Karten bei GLOBE at Night.
4. Die Ergebnisse bei GLOBE at Night melden!

Die ausführliche Anleitung ist hier einzusehen.

Nicht nur Astronomen wünschen sich, den dunklen Nachthimmel zu bewahren. Unlängst wurde dieses Anliegen sogar vor einem Ausschuss des Bundestags gehört. Die Initiatoren der Petition hatten viele Argumente: Künstliches Licht hat großen Einfluss auf Tiere und Pflanzen, insbesondere auf nachtaktive Lebewesen. Auch greift das ständige Kunstlicht stark in den menschlichen Biorhythmus ein. Und es geht vor allem um das Recht auf eine halbwegs unzerstörte Natur – also auch den freien Blick in den Nachthimmel. Obwohl es vorerst keine klare gesetzliche Regelung geben wird, war die Petition doch von Nutzen, denn nun hat sich zum ersten Mal ein Ausschuss des Bundestages intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Wer auf der Suche nach dunklen Beobachtungsorten ist, findet bei der Fachgruppe „Dark Sky – Initiative gegen Lichtverschmutzung“ der Vereinigung der Sternfreunde Unterstützung: diese bietet auf ihrer Website Karten an, die Hobbyastronomen den Weg zu den letzten dunklen Aussichtspunkten weisen können.

Manuela Kuhar
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