KOSMOS Astro-Fotopreis

Fotomotiv Dezember: Vollmond mit Delle

Am frühen Abend des Silvestertages bietet die partielle Mondfinsternis eine gute Gelegenheit, um mit relativ wenig Aufwand ein eindrucksvolles astronomisches Ereignis im Bild festzuhalten. Machen Sie mit und nehmen Sie teil am Kosmos Astro-Fotopreis!
Dieses Foto entstand am 7.9.2006, kurz nach dem der partiell verfinsterte Mond aufgegangen war. Mit einem 600-mm-Teleobjektiv wurde bei ISO 800 eine halbe Sekunde lang belichtet.

Dieses Foto entstand am 7.9.2006, kurz nach dem der partiell verfinsterte Mond aufgegangen war. Mit einem 600-mm-Teleobjektiv wurde bei ISO 800 eine halbe Sekunde lang belichtet.

Vollmond mit "Delle"

Die partielle Mondfinsternis zur "Prime Time" am Silvesterabend ist eine
gute Gelegenheit, um mit relativ wenig Aufwand ein eindrucksvolles
astronomisches Ereignis im Bild festzuhalten. Der Aufwand hält sich deshalb
in Grenzen, weil der Mond ein helles Himmelsobjekt ist und es auch während
der "Finsternis" bleibt, so dass auf lange Belichtungszeiten verzichtet
werden kann und alle damit verbundenen Probleme entfallen.

Mond formatfüllend
Bei wolkenlosem Himmel ist eine möglist formatfüllende Abbildung des Mondes
wünschenswert. Das bedeutet lange Aufnahmebrennweiten, die am leichtesten
mit einem Teleskop zu erreichen sind, aber auch mit einem Teleobjektiv lohnt
ein Versuch. Eine Spiegelreflexkamera wird mit T-Adapter im Primärfokus des
Teleskops angeschlossen, eine Kompaktkamera hinter einem Okular mit großer
Austrittspupille angebracht. Wichtig ist in beiden Fällen eine sorgfältige
Einstellung der besten Bildschärfe und eine verwacklungsfreie Auslösung.
Steht ein Kabel- oder Funkauslöser nicht zur Verfügung, kann der
Selbstauslöser als Notbehelf dienen. Bei der Belichtung ist die manuelle
Einstellung zu empfehlen. Bei Kameras ohne die Möglichkeit einer manuellen
Belichtung kann durch Verwendung der "Belichtungskorrektur" eine
Verbesserung der Ergebnisse erzielt werden, wenn die Automatik mit den
extremen Verhältnissen einer Mondaufnahme etwas daneben liegen sollte. Meist
reicht die Skala dieser Korrekturmöglichkeit von -2 bis +2, wobei Minuswerte
eine knappere, Pluswerte eine reichlichere Belichtung bewirken.

Was tun bei Wolken?
Ziehen immer wieder Wolken über den Mond, müssen Sie nicht die Flinte ins
Korn werfen. Dann ist eine etwas kürzere Brennweite besser, um mehr des
Umfeldes zu erfassen und die Wolken sichtbar zu machen. Sorgen Sie mit einem
hohen ISO-Wert für kurze Belichtungszeiten, damit die Wolken nicht durch
ihre Eigenbewegung unscharf werden.

Anschließend können Sie auf das neue Jahr und die gelungenen
Finsternis-Fotos anstoßen. Prosit und viel Erfolg!

Stefan Seip
www.astromeeting.de
Autor des Buches "Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera"