Beobachtungstipp Dezember

Der unscheinbare Hase

Zu den weniger bekannten Sternbildern gehört der Hase. In den Wintermonaten kann man das Sternbild am Abendhimmel sehen. Es liegt südlich des markanten und auffälligen Sternbildes Orion. Unter sehr guten Sichtbedingungen sind etwa zwanzig Sterne im Hasen mit bloßen Augen zu erkennen. Acht Sterne sind dabei heller als vierter Größe.
Das Sternbild Hase liegt zu Orions Füßen.

Das Sternbild Hase liegt zu Orions Füßen.

Bei den Arabern hieß das Sternbild Al Arnab, was soviel wie „der Hase“ heißt. Diese Bezeichnung ist auf den hellsten Stern, Alpha Leporis, übergegangen, der Arneb genannt wird. Arneb ist 2,6 mag hell und ein weißlich-gelber Überriesenstern (Spektraltyp: F0 Ib) in rund 1400 Lichtjahren Entfernung.

Ein leichter Doppelstern ist Gamma Lep in nur 29 Lichtjahren Entfernung. Ein 3,6 mag heller, weißlich-gelber Stern (F7) hat in 97" Abstand einen 6,2 mag hellen, gelben Begleiter (G5). Das Paar ist mit jedem guten Fernglas zu trennen.

Schwieriger dagegen ist Kappa Lep aufzulösen. Die bläulich-weiße Hauptkomponente (B8) von 4,4 mag hat in nur 2,1" Distanz einen weißen, 7,3 mag hellen Begleiter (F1). Die Entfernung von Kappa Lep beträgt 550 Lichtjahre.

R Leporis ist ein intensiv rot leuchtender Stern vom Typus der Mira-Veränderlichen. Seine Helligkeit variiert mit einer mittleren Periode von 435 Tagen zwischen 5,5 mag und 11,7 mag. Sein Spektraltyp wurde zu C6 II bestimmt. Nach dem Engländer John Russel Hind, der ihn 1945 entdeckt hat, wird er auch "Hinds Karmesin-Stern" genannt. Hind beschreibt ich als "ein Blutstropfen auf schwarzem Grund". Die Entfernung von R Lep wird auf knapp tausend Lichtjahre geschätzt.

M79 (NGC 1904) ist ein kleiner, aber sternreicher Kugelhaufen in der respektablen Entfernung von etwa 40 .000 Lichtjahren. Seine scheinbare Helligkeit wurde zu 8 mag bestimmt. In kleineren Teleskopen zeigt sich M79 nur als kleiner, rundlicher Lichtfleck. Erst in größeren Instrumenten kann man seine Randpartien in einzelne Sterne auflösen.


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