Sternenhimmel im Juli

Der Skorpion im Meridian

Die Sternbilder Bootes mit Arktur und Jungfrau mit Spica sind die Leitbilder des westlichen Himmels-gewölbes. Sie erinnern gewissermaßen an vergangene Frühlingstage. Tief im Süden ist Antares zu sehen, der Hauptstern des Tierkreisbildes Skorpion. Der Skorpion passiert gerade den Meridian.
Himmelsanblick zur Monatsmitte um 22 Uhr

Himmelsanblick zur Monatsmitte um 22 Uhr

Antares heißt soviel wie „mars-ähnlicher Stern“, fälschlicherweise manchmal als „Gegenmars“ gedeutet, weil er dem roten Planeten in der Färbung ähnlich ist und seine Position nahe der Sonnenbahn liegt. Antares ist ein sogenannter roter Riesenstern. Stünde die Sonne in seinem Mittelpunkt, so läge die Erdbahn noch innerhalb der Antareskugel, denn sein Durchmesser beträgt etwa 970 Millionen Kilome-ter. Antares ist rund 600 Lichtjahre entfernt.

Vom Skorpion zieht sich die scheinbare Sonnenbahn (Ekliptik) durch den Schützen, der tief im Südos-ten aufgegangen ist. Mond und Planeten erreichen am abendlichen Sommerhimmel nur geringe Höhen, da sich die südlichen Teile der Ekliptik nah am Horizont befinden.

Hoch im Meridian, fast im Zenit, stößt man auf Herkules mit seinem berühmten Kugelsternhaufen M13. In dieser günstigen Position sollte man sich einmal die Mühe machen, die einzelnen Mitgliedssterne des Herkules zu identifizieren, um sich das Gesamtbild einzuprägen.

Ähnliches gilt für den Schlangenträger, der ebenfalls jetzt den Meridian durchwandert und südlich von Herkules zu finden ist. Der Schlangenträger ist noch ausgedehnter als der Herkules. Außerdem hält der Schlangenträger das Ungetüm von Schlange in seinen Händen. Der Kopf der Schlange reicht bis an die Nördliche Krone heran, die zwischen Bootes und Herkules ihren Platz hat. Im Osten wiederum erstreckt sich der Schwanz der Schlange (lat.: Serpens Cauda) bis zum Sternbild Adler. Eine Kette schwacher Sterne zielt direkt auf den hellen Atair.


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