Sternenhimmel im Juni

Die Zeit der hellen Nächte beginnt

Wer jetzt Sterne beobachten will, muss sich darauf einrichten, dass es erst recht spät dunkel wird. In nördlicheren Breiten wird es überhaupt nicht vollständig finster – man erlebt die Zeit der hellen Nächte.
Himmelsanblick zur Monatsmitte um 22 Uhr

Himmelsanblick zur Monatsmitte um 22 Uhr

Der Bootes mit dem kräftig leuchtenden Arktur steht unübersehbar hoch im Süden. Der Ochsentreiber oder Rinderhirt beherrscht die Himmelsszene. Der Große Wagen hat den Meridian längst durchschrit-ten und befindet sich im Abstieg. Ihm gegenüber findet man das Himmels-W (die Kassiopeia) nahe dem Horizont. Kassiopeia und Großer Wagen sind bei uns zirkumpolar, das heißt, sie gehen niemals unter.

In der östlichen Himmelshälfte kündigt sich hingegen die heiße Jahreszeit an. Das Sommerdreieck ist inzwischen vollständig aufgegangen. Es setzt sich aus folgenden drei Sternen zusammen: Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Auf der Verbindungslinie Arktur – Wega findet man die Krone und den Herkules. Sie stehen gegenwärtig recht hoch über dem Horizont und sind daher leicht zu erkennen. Dies gilt natürlich nur, wenn der Himmelshintergrund einigermaßen dunkel ist, was leider heutzutage immer seltener der Fall ist.

Tief im Südosten schleppt sich gerade der Skorpion über die Horizontlinie. Sein tiefroter Hauptstern Antares wird gelegentlich mit dem Planeten Mars verwechselt, denn Antares steht ebenfalls nahe der Ekliptik und gleicht in der Farbe dem roten Planeten. Jedoch funkelt Antares meist infolge der Luftun-ruhe, während Mars in ruhigem Licht strahlt.


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