KOSMOS Astro-Fotopreis

Fotomotiv November: Mars in der Praesepe

Vom 30. Oktober bis zum 3. November zieht der Planet Mars vor den Sternen der Krippe im Sternbild Krebs vorbei. Hier finden Sie eine ausführliche Anleitung vom Fotoprofi Stefan Seip, wie Sie den roten Planeten im Sternhaufen der Krippe erfolgreich auf den Chip bannen können.
Der rote Planet Mars am 19. Dezember 2007 oberhalb des Wintersternbilds Orion, aufgenommen mit Weichzeichnerfilter zum Hervorheben der „Stern“farben.

Der rote Planet Mars am 19. Dezember 2007 oberhalb des Wintersternbilds Orion, aufgenommen mit Weichzeichnerfilter zum Hervorheben der „Stern“farben.

Der Kriegsgott in der Krippe

Zu Monatsbeginn kommt es zu einer abenteuerlichen Begegnung am Himmel: Der Planet Mars, benannt nach dem Kriegsgott der Römer, befindet sich inmitten des Sternhaufens Messier 44 im Sternbild Krebs, auch „Praesepe“ oder „Krippe“ genannt, wobei jene Futterkrippe gemeint ist, in die der neugeborene Jesus gebettet wurde. Wenn das mal gutgeht...

Scherz beiseite, diese Konstellation bietet das Potenzial für ein tolles Astrofoto. Wenn das Wetter mitspielt, sollten Sie die ersten drei Nächte des Monats zum Fotografieren nutzen. Danach zieht Mars auf seiner Bahn nach Osten weiter und entfernt sich wieder vom Sternhaufen.

Bestens geeignet: ein Teleobjektiv
Bestens geeignet für die Bilder ist ein Teleobjektiv mit etwa 300 Millimeter Brennweite (für eine Vollformatkamera) bzw. 200mm (1,6-facher Crop-Faktor), um den Sternhaufen mit einem genügend großen Umfeld abzubilden. Auch mit kürzeren Brennweiten lohnt ein Versuch. Befestigen Sie die Kamera samt Teleobjektiv auf einer parallaktischen Fernrohrmontierung mit motorischer Nachführung.

Bei mittleren ISO-Werten (400 bis 1000) und großer Blendenöffnung können Sie wenige bis einige Minuten lang belichten, je nachdem, wie genau die Nachführgenauigkeit der verwendeten Montierung ist. Werden die Sterne trotz der Nachführung strichförmig, überprüfen Sie die korrekte Einnordung der Montierung und verkürzen Sie notfalls die Belichtungszeit.

Filter und Drähte erzeugen Farben und Strahlen
Ein leichtes Weichzeichnerfilter (z.B. Cokin P820) vor dem Objektiv kann hilfreich sein, um die orangerote Färbung des Planeten zu betonen. Wenn Sie Ihre Aufnahme bei Offenblende machen, können Sie zwei Drähte kreuzförmig vor der Frontlinse befestigen für den Fall, dass Sie vier helle Spikes, also „Strahlen“ um die hellsten Objekte, attraktiv finden. Bei Abblendung des Objektivs entstehen die Spikes automatisch, wobei Form und Anzahl der Strahlen von der Gestalt der Blendenlamellen abhängen.

Viel Erfolg!

Stefan Seip
www.astromeeting.de
Autor des Buches "Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera"