Internationales Jahr der Astronomie

Die Galileischen Nächte

Auch während der Galileischen Nächte finden eine Reihe solcher Ereignisse statt (Alle Zeiten in MESZ). In der Nacht vom 22. auf den 23. 10. befindet sich Io von uns aus gesehen hinter seinem Planeten. Bereits früh, um 18:20, wird er von Jupiter bedeckt. Er erscheint aber später nicht am gegenüberliegenden Rand des Jupiter, da er sich dann in dessen Schatten befindet: Die Bedeckung geht direkt in eine Verfinsterung über. Erst um 21:54 taucht Io wieder aus dem Schatten auf.

Um 22:32 tritt schließlich der Mond Europa vor den Jupiter, dieser Vorübergang endet am 23. 10. um 01:24 – gleichzeitig mit Jupiters Untergang. Um 00:22 wird dann auch Kallisto bedeckt, während der Schattenwurf durch Europa um 01:04 beginnt. Am Abend darauf endet ein weiterer Schattenwurf durch Io bereits in der Dämmerung um 19:13. Am 24. 10. lohnt das Ende der Verfinsterung des Europa um 23:01 einen Blick. Zudem findet eine seltene gegenseitige Bedeckung von zwei Monden statt: Am Freitag, den 23. Oktober von 01:12 bis 01:17 bedeckt Ganymed teilweise den Mond Io. Bei unruhiger Luft wird man statt der beiden nur einen einzigen Mond erkennen können, bei sehr guten Bedingungen einen „länglichen“ Mond. Doch das ist unwahrscheinlich, denn leider steht Jupiter bereits sehr tief am Himmel.

Das bekannteste Detail in Jupiters Atmosphäre ist der berühmte Große Rote Fleck, ein gigantischer Wirbelsturm, der dort schon mindestens seit 300 Jahren tobt. In den Galileischen Nächten kann man auch ihn beobachten. Zu folgenden Zeiten steht der Fleck genau in Richtung Erde: Am 21. 10. um 23:23, am 22. 10. um 19:15 sowie am 24. 10. um 01:02 und um 20:54. Um diese Zeitpunkte herum ist der Große Rote Fleck dann für rund zwei Stunden gut zu sehen.

Bleibt also, für die Galileischen Nächte einen klaren Himmel zu wünschen! Übrigens: Wer nicht nur beobachtet, sonder das Gesehene auch fotografisch festhält, kann an einem Fotowettbewerb teilnehmen und wertvolle Preise gewinnen. müssen sich die Motive nicht auf Jupiter beschränken – auch der Erdenmond steht günstig und ist vor allem leichter zu fotografieren.


Jan Hattenbach ist Physiker und freier Wissenschaftsjournalist in Aachen.
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